Spielregeln
Immer wieder diese Diskussionen: "SM ist ein Spiel" - "Nein, SM ist ernst und hat nichts mit Spiel zu tun". Und wenn man sich bei unserem Kooperationspartner Sklavenzentrale in den Foren umschaut, dann durchziehen diese scheinbar gegensetzlichen Vorstellungen fast jede Diskussion. Auch in anderen Onlineforen geht es immer wieder um die Auseinandersetzung zwischen denjenigen, die sich eher spielerisch, mit einer gewissen Leichtigkeit und doch nicht unersthafter mit dem Thema SM beschäftigen und der anderen Fraktion, für die der Ernst schon beginnt, wenn sie über SM sprechen. Aber gleichzeitig verwischen sich manche Grenzen immer mehr: Ist der Ausdruck "Subbilein" für den devoten Partner eine spielerische Verniedlichung oder eine ernsthafte Bezeichnung der Position innerhalb einer gewissenhaft betriebenen DS-Beziehung? Ist die Feststellung, die Rollenzuweisungen seien für einen persönlich uninteressant, man selbst wolle Spaß haben und da schaue man eben, ob man den je nach Lust passiv oder aktiv erleben könnte, ein Zeichen für zeitgeistige Rollen-Liberalität oder doch eher Ausdruck einer hedonistischen Ernsthaftigkeit, die sich jenseits von Spielrollen bewegen will? Diese Fragen ließen sich beliebig fortsetzen, ohne wirklich schlüssige Antworten nach sich zu ziehen, denn die Vergößerung dessen, was man "SM-Subkultur" oder "Szene" nennen könnte (ich höre schon all die, die sich sofort abzugrenzen beginnen), führt nicht nur zu einer Zunahme von Partys und Gruppen, sondern auch zu einem immer breiter gefächerten Vorlieben-Spektrum, aus deren Vielfalt man sich das jeweils passende aussuchen kann. Problematisch wird es erst dann, wenn die eigene Eingrenzung auf bestimmte Vorlieben dazu führt, dass all das, was anders ist, ausgegrenzt wird. Dann wird der Ruf nach mehr Toleranz für die eigenen bizarren Lüste an die Gesellschaft zu einer bigotten Spielerei, die niemand mehr ernstnehmen kann.Schon die alten Römer wußten: Teile und herrsche. Aber wir brauchen niemanden mehr, um uns auseinander zu dividieren.
Vielleicht sollten wir uns wieder mehr darauf besinnen, was auch in der Multi-Kulti-Debatte immer wieder angeführt wird: Das Gemeinsame im Anderen suchen!
In diesem Sinne weiterhin einen schönen Sommer,
Matthias
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