Traumtänzer
Immer mal wieder stolpere ich über meine eigenen Illusionen. Nein, ganz sicher bin ich nicht zu gut für diese Welt. Und ganz sicher gibt es immer mal wieder Hoffung, daß es doch möglich ist, ohne Querelen und Reibereien, ohne Konkurrenzdenken und Neid, ohne Ausgrenzungen und Abwertungen in der SM-Szene auszukommen.Eines der positiven Beispiele ist mir grad vor einigen Tagen untergekommen. Da war ich vor der Extravaganxa in der Prinzenbar, wo schon kräftig geräumt und dekoriert wurde. Natürlich war René von Living Dead Productions als Veranstalter da. Aber ich sah die Leute vom alten Abart-Team im Keller rumrackern, Sven von Fetisch-Fantasies schleppte grad ein Möbel durch die Gegend, naja und das Respekt-Team hatte seine Möbel kostenlos verliehen. Damit haben wirklich vier Hamburger Partyveranstalter für dieses Event zusammengearbeitet und wer auf der Party am 7.10. war, hat die gute Stimmung und die liebevolle Mühe gespürt.
Da wünschte man sich doch gleich, daß das auch möglich wäre mit den Veranstaltern der beiden deutschen Fetischmessen.
Schon vor ein paar Jahren meinte ich zu einer Partyveranstalterin, daß es in Hamburg üblich sei, daß man seine Termine aufeinander abstimmt, damit es nicht zu Doppelbelegungen kommt. Das fand sie komisch und wunderte sich dann, daß wiederum ich das gar nicht komisch fand, sondern eher ärgerlich. Sie legte dann doch ihre Partys auf ein Wochenende, an dem auch immer eine andere langjährige Partyreihe stattfand.
Natürlich steckt nicht unbedingt böser Wille oder Gedankenlosigkeit hinter solchen Geschichten, manchmal geht es nicht anders, weil man eine Location nur zu diesem Zeitpunkt bekommt oder weil es andere zwingende Gründe gibt, dennoch wäre es natürlich wünschenswert, daß zumindest die Veranstalter in einer Region sich kurzschließen. Als seit neuestem jemand Partys macht, die im selben Club wie die Respekt stattfinden, wurde ich vom Veranstalter gefragt ob das für uns okay sei.
Ähnlich sinnlos scheint mir die Stimmungsmache zweier Fan-Fraktionen die sich den beiden Hamburger SM-Cafés verbunden fühlen. Ich selbst finde es einfach toll, daß es zwei unterschiedliche Cafés in Hamburg gibt, deren unterschiedliche Möglichkeiten zu einem breiteren Spektrum an Ausgeh-Möglichkeiten bieten.
Ähnlich sinnlos ist meines Erachtens auch die nicht so gemeinte, aber dennoch im strengen Wortsinne abwertende Bezeichnung „Stinos“ für all diejenigen, die nicht auf SM stehen, denn Stino ist die Abkürzung von Stinknormal. Und da frage ich mich dann, warum wir uns anmaßen, die anderen in ihrer Normalität als stinkend zu bezeichnen. Und natürlich gleichzeitig zu wünschen, daß uns gerade diese tolerieren in unserer Andersartigkeit.
„Vanillas“ oder „Normalos“ ist genauso einprägsam, warum nicht weiter bei diesen neutralen Begriffen bleiben, fragt sich,
Matthias
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