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Statt einer Kolumne - damals 10 Jahre SZ

Zehn Jahre SCHLAGZEILEN (Das war die Jubiläums-Ausgabe 44 von aus dem Januar 1999 - verspätet wie so oft)

In den letzten zehn Jahren hat sich – nicht zuletzt durch das Forum SCHLAGZEILEN – eine öffent-liche, nichtkommerzielle, sadomasochistische Szene in Deutschland entwickelt. Gab es damals allenfalls in Großstädten eine oder zwei kleine Gruppen, finden sich heute in der BRD 78 überwie-gend heterosexuelle SM-Gruppen, Arbeitskreise, Vereine und Stammtische, 39 überwiegend ho-mosexuelle und 4 überwiegend lesbische Gruppen. Es gibt eine sadomasochistische Nachrichten-agentur (Schlagworte), diverse Mailing-Listen und neben den zweimonatlich erscheinenden SCHLAGZEILEN (Auflage fast 8000) und einigen homosexuellen Magazinen noch diverse regio-nale (Pranger, SMart Rhein Ruhr e.V. Info) und überregionale (SM-Depesche, Club Caprice, Der gelbe Onkel, das Freie Forum) Printmedien. In Hamburg gibt es sogar einmal im Monat eine Rundfunksendung, die von SM-Leuten für SM-Leute gemacht wird. Nur das nachmittägliche SM-Magazin im Fernsehen steht noch aus. Und irgendwo im Bundesgebiet findet an den Wochenen-den eine SM-Party statt.
10 Jahre SCHLAGZEILEN bedeuten 44 Ausgaben des Magazins und die Entwicklung zu einem (mehr oder weniger) professionell arbeitenden Verlag, der außerdem noch die Sonderbände der Reihe „Böse Geschichten“ und neun Bände der Reihe „Black Label“ herausgebracht hat, inklusive des Standardwerkes „Das SM-Handbuch“ mit bisher schon über 17.000 verkauften Exemplaren.
Die SCHLAGZEILEN als Meinungsmacher und Multiplikator haben auch heute noch Anteil an der Vernetzung der nichtkommerziellen SM-Szene. Sie stellen ein Forum für Diskussionen, Anre-gungen, Fragen, Fotos und Geschichten zur Verfügung. Außerdem bieten sie seit Jahren unentgelt-lich Telefonberatungen an, organisieren niedrigschwellige Partyangebote und betreuen seit ihrem Internetauftritt auch einen Chat als virtuelle Gesprächsgruppe.
Die SCHLAGZEILEN haben, wie in unzähligen Briefen zu erfahren war und ist, all den Menschen eine Heimat gegeben, die sich wegen ihrer Veranlagung einsam, therapiebedürftig, krank und unglücklich fühlten. In dem Wissen, daß sie nicht alleine sind, daß es andere gibt, die träumen, fühlen, lieben wie sie, haben diese Menschen die Möglichkeit, auch diese Seite ihrer Erlebniswelt zu erfahren und in einem sicheren Rahmen auszuleben.
Der Beitrag von 10 Jahren SCHLAGZEILEN – SM aus der Szene, für die Szene – ist nicht zuletzt auch ein bißchen Normensetzung. Inzwischen lautet das Credo fast aller Gruppen und Vereine: Bei SM muß es sicher (beide Seiten müssen wissen, was sie wie machen, damit keine seelischen und/oder körperlichen Schäden entstehen), gesund (nicht angetrunken oder von Drogen betäubt, im Vollbesitz geistiger und seelischer Kräfte) und einvernehmlich zugehen (Safe, Sane, Consensu-al). Alles andere wäre Mißbrauch, Körperverletzung oder Vergewaltigung. Damit grenzen sich die SCHLAGZEILEN und die gesamte deutsche SM-Szene von all denen ab, die sich nicht an diese Spielregeln halten. Und natürlich soll das, was SM-Leute miteinander inszenieren und erleben auch Spaß machen, getragen sein von Liebe, Respekt und gegenseitiger Achtung; ein Spiel um Hingabe, Macht, Sich-Fallen-Lassen und größtmöglicher Intensität.
Mit dieser Einführung baten wir die unterschiedlichsten Menschen und Institutionen um eine Ein-schätzung der augenblicklichen Situation anhand der folgenden Fragen.
- Gibt es noch einen Informationsbedarf für Sie zur Bedeutung von SM oder gibt es da eher eine Übersättigung?
- Wenn sadomasochistisch liebende Menschen Sie fragen, an wen sie sich wenden sollen, um Kontakt mit Gleichgesinnten zu knüpfen, haben Sie eine Adresse zur Hand?
- Welcher Einfluß wird dem öffentlichen Diskurs (Medien, hier besonders Talkshows) gera-de beim Thema Sadomasochismus zugeschrieben?
- Hat der Anteil von Menschen, die unter ihrer sadomasochistischen Veranlagung leiden, eher ab- als zugenommen?
- Halten Sie die verstärkte Ausbreitung von SM-Gruppen und SM-Parties eher für eine Mo-deerscheinung oder für den Ausdruck eines neuen Selbstbewußtseins der betroffenen Menschen oder sehen Sie den „Einbruch“ von SM in die Normalität des öffentlichen Raum eher als bedenk-lich an?
- Halten Sie die augenblickliche juristische Situation einerseits bezogen auf sadomasochisti-sche Texte und Bilder, andererseits auf die betroffenen Menschen für unbefriedigend oder für aus-reichend?

Wir wollten nicht die bei Jubiläen übliche Selbstlob-Arie in den SCHLAGZEILEN abdrucken (auch wenn wir uns natürlich über Gratulationen freuen) sondern versuchen ein Bild der augenblickli-chen gesellschaftlichen Situation zu geben. Dies hat leider nicht so geklappt, wie wir es uns vorge-stellt haben. Von den angeschriebenen Parteien antwortete nur die PDS Abgeordnete Christina Schenk. Hamburger Behörden , Männerbüros, psychologischen Institutionen, die Pressestelle der Staatsanwaltschaft und diverse Beratungsstellen für Frauen und Männer reagierten mit einer Aus-nahme genausowenig, wie der gesamte Profi- Studiobereich. Auch die Redaktionen von Peep, Lie-be Sünde, Meiser und Wahre Liebe, die sich so gerne mit der Exotik von „Perversen“ schmücken, schafften weder Anwort noch Absage. Wenigstens einige Prominente, die wir angeschrieben hat-ten, ließen uns Antworten zukommen. Auch aus den angeschriebenen SM-Gruppen erhielten wir geringe Resonanz. Auf insgesamt fast 200 verschickte Fragebögen erhielten wir etwa 40 Antwor-ten, zumeist von Autoren und Fotografen der SCHLAGZEILEN von denen wir auch eine Auswahl angeschrieben hatten. Alice Schwarzer ließ durch ihr Büro mitteilen, daß sie leider keine Zeit hätte, zu unseren Fragen Stellung zu beziehen. Das finden wir natürlich besonders bedauerlich, immer-hin hätten wir von der Initiatorin der neuen PorNo Kampagne erwartet, daß sie sich diese Gele-genheit nicht entgehen läßt.
Es bleibt das Gefühl, daß wir nur dann interessant sind, wenn wir für hohe Einschaltquoten sor-gen, ein billiges Reservoir für Studionachwuchs sind, als Feindbild herhalten dürfen oder als folg-sames Stimmvieh zu den Wahlurnen trotten.
Aus den eingegangenen Antworten läßt sich dennoch eine Tendenz ablesen: Die meisten SM-Leute haben das Gefühl, informiert zu sein, auch wenn differenzierte und weitergehende Informa-tion im öffentlichen Raum vermißt wird. Neben den SCHLAGZEILEN werden die SM-Depesche und die örtlichen Gruppen als Kontaktmöglichkeit erwähnt. Das Verhältnis zu Medienauftritten und der Rolle der Medien im allgemeinen wird eher zweischneidig erlebt. Leiden unter seiner Veranlagung scheint kein großes Thema zu sein. Kritische Stimmen gibt es zur Einschätzung der Ausbreitung von SM; neben der Verwischung von Grenzen zwischen Fetishpeoples, Gothicfans und SM-Leuten, die es schwierig machen auseinander zu halten, wie jemand drauf ist („Steht der nur auf die Klamotten oder hat der wirklich was mit dem Thema zu tun?), wird auf die Gefahr hingewiesen, die es bedeutet, wenn es einfach nur chic ist, mit SM herumzuspielen. Aber wirklich bedenklich findet es kaum jemand. Mit der augenblicklichen juristischen Situation können die meisten leben, wünschen sich aber dennoch mehr Rechtssicherheit und einen liberaleren Umgang mit sogenannter Gewaltpornografie (siehe hierzu auch den Schwerpunkt „Zensurdebatte“).
Im Folgenden möchten wir hier die Stellungnahmen ganz oder teilweise veröffentlichen, die wir besonders interessant und/oder aussagekräftig finden.

Kurzinterview mit Professor Dr. Berner, Leiter des Sexologischen Instituts im Universitätskran-kenhaus Eppendorf (Gedächtnisprotokoll).
SCHLAGZEILEN: Hat die Entwicklung der SM-Szene in den letzten 10 Jahren irgendwelche Ver-änderungen in Ihrer Klientel gebracht.

Dr. Berner: Nein, wir haben ja in erster Linie Menschen, die uns wegen Konflikten aufsuchen, die ihre Neigungen innerhalb einer Beziehung auslösen. Das hat sich durch die SM Szene nicht geän-dert.
Außerdem halte ich diese Bewegung für eine Mode in einem etwas umfassenderen Sinne, ähnlich wie die Hippiebewegung in den 60ern. Auch die SM-Rollen unterliegen der Mode, war es vor 100 Jahren das Sultan-Sklaven-Spiel, so hat sich das heute sehr stark gewandelt.

SCHLAGZEILEN: Der Begriff Mode klingt ja nicht sonderlich pathologisch.

Dr. Berner: Es gibt in jeder Gesellschaft Außenseiter, die ihre Außenseiterrolle aus unterschiedli-chen Gründen nach außen hin ausleben, das zieht andere Menschen an, sei es daß sie sich selbst dadurch definieren können, sei es daß sie es schick finden. So entstehen Moden und Szenen. An-dererseits gibt es auch Menschen, die versuchen Probleme mit ihrer Außenseiterrolle dadurch zu entschärfen, daß sie in derartige Bewegungen gehen.

SCHLAGZEILEN: Haben sich seit Entstehung der SM-Szene neue Varianten von Krankheitsbil-dern entwickelt?

Dr. Berner: Es ist ja immer so, daß sich gesellschaftliche Entwicklungen auch innerhalb der Krank-heitsbilder widerspiegeln. Gab es Anfang des 20. Jahrhunderts ein gehäuftes Vorkommen von Hy-sterien, so hat sich in den letzten Jahren ein immer häufigeres Auftreten sogenannter Borderline Syndrome herauskristallisiert. Hier gibt es dann auch immer mal wieder Versatzstücke sadomaso-chistischen Inhaltes in den Ängsten und Phantasien dieser Menschen.

SCHLAGZEILEN: Ein kurzer Satz zur SM Szene?

Dr. Berner: Wir haben jetzt eine Zeit in der die Menschen im Umgang miteinander und der Sexua-lität experimentierfreudiger geworden sind. Die SM-Szene ist Ausdruck dieser Tendenz.

SCHLAGZEILEN: Herr Professor Dr. Berner, wir danken ihnen für das Gespräch.


„Sehr geehrter Herr Grimme, Ihr Schreiben habe ich mit Interesse gelesen. Sie sprechen mich als Sexualwissenschaftler an, der sich früher mit der Thematik SM beschäftigt hat. Ich bin aktuell in diesem Bereich nicht wissenschaftlich oder klinisch tätig.

Vor diesem Hintergrund meine Antworten zu Ihren Fragen:

Bezüglich der aktuellen Funktionen der informellen sadomasochistischen Subkultur, ihrer Medien (Printmedien, Internet?) und sonstigen Institutionen habe ich z. Zt. wenig Einblick.

Die Möglichkeit, selber hier sozialwissenschaftlich zu arbeiten, sehe ich derzeit nicht.

Adressen habe ich nicht.

Der öffentliche Diskurs dürfte für die Meinungsbildung in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten eine Bedeutung haben, möglicherweise in Richtung einer gewissen Toleranz gegenüber Sadomasochisten, er dürfte aber unverändert auch die Ambivalenz gesellschaftlicher Gruppen gegenüber abweichender Sexualität beinhalten (öffentliche Neugier und Faszination und gleichzei-tig Ablehnung und Verachtung). Ich habe z. Zt. keine Hinweise darauf, daß die öffentliche Ableh-nung anderer, insbesondere pädophiler Abweichungen negativ auf die Einstellung gegenüber Sa-domasochisten durchschlägt.

Aktuelle statistische Erkenntnisse über die Häufigkeit sadomasochistischer "Veranlagungen" und die Zahl derer, die darunter "leiden", habe ich nicht.

Die Frage der Ausbreitung von SM-Gruppen kann ich nicht beurteilen. Ob ein Einbruch in die Normalität des öffentlichen Raumes vorliegt, bezweifle ich. Ob den Menschen, die diese Präferenz haben, mit einer stärkeren Anerkennung in der Öffentlichkeit und besserer Publicity für ihre sozia-le Stellung gedient ist, möchte ich bezweifeln. Entsprechende Bedürfnisse nach Anerkennung und Emanzipation könnten frustrierend werden, sobald öffentliche Ablehnung stärker durchschlägt. "Öffentlich" ist in diesem Zusammenhang schwer zu trennen von "veröffentlicht" durch bestimmte Medien und deren kommerzielle Interessen. Ich erkenne nicht, wo sich Medien sachlich mit der Thematik befassen.

Die juristische, genauer strafrechtliche Situation sollten die Betroffenen nicht allein aus ihrer Inte-ressenlage heraus bewerten (§ 184 StGB), sondern auch unter dem Blickwinkel, was der Gesetzge-ber für die Gesamtbevölkerung für notwendig und richtig hält.

Im übrigen halten Sie mich gerne über neue Entwicklungen auf dem Laufenden, soweit sie für mich als Psychiater und Sexualwissenschaftler von Bedeutung sein können.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Spengler“ (Ärztlicher Leiter des Niedersächsischen Landeskrankenhauses, Verfasser der ersten deutschen Studie zum Thema SM „Sadomasochisten und ihre Subkulturen“ von 1979)


„Ihr Lieben!
Es ist wirklich schwer, auf Eure so differenzierten Fragen kurze und sinnvolle Antworten zu ge-ben. Ich freue mich über eine Rückmeldung und bin gerne auch bereit, mal einen Artikel für Euch zu schreiben – oder auch zu weiterer Zusammenarbeit. Viel Spaß beim Lesen ...

- Über Nadeln, Fesseln, Peitschen, Klamotten und Accessoires gibt es reichlich Information, ebenso wie über die Grundphantasie absoluter Verfügung. Auch wenn jeder Betroffene seine indi-viduelle Phantasie gerne sehen, lesen und erleben will. Was aber weiß ich über den intrapsychi-schen Prozeß, wie und warum meine Phantasie und vielleicht auch die Realität von Grenzüber-schreitungen durchsetzt ist? Es ist richtig, SM kann eine der höchsten, intensivsten und innigsten Formen der Sexualität sein, aber er kann auch aufgrund der nicht verarbeiteten gewaltvollen Logik der Lebensgeschichte und der entstandenen ängstlichen Persönlichkeit eine Aneinanderreihung von Integritätsverletzungen sich selbst gegenüber und der Partnerin sein. Wenn viele bekennende SM-Frauen schon sexuelle Gewalt erlebt haben und viele SM-Männer aus einem scheinharmoni-schen Elternhaus kommen, um ihre verdeckte Aggression im SM mit maßlosen Totalitätsansprü-chen "entspannend" auszuleben, bleibt die Frage, ob diese Orientierung bei einer Fixierung und fast suchthaften Entwicklung sinnvoll ist.
Solange über das Warum Schweigen herrscht, bleiben auch beim offenen Menschen Klischees und Vorurteile von Schlüsselerlebnissen bis hin zur "Übersättigung." Ein Verstehen und auch eine Ver-änderung zu einer exklusiven Liebesbeziehung ohne Fixierung fehlt.
- Der Arbeiter um die Ecke sagt: "Da würde ich nach St. Pauli gehen und ein paar Nutten fragen oder ins Internet gucken." Der Eingeweihte verweist selbstverständlich auf die Initiativen der "Schlagzeilen".
- Für die Masse bleibt SM rätselhaft. Entweder haben die meisten Menschen ihr Wissen über SM aus Pornoheften oder Videoclips – will man in die Tiefe gehen, stößt man auf Unverständnis und Unwissenheit. Die Menschen stellen sich Peitschen und Schmerzen vor und verstehen nicht, warum das geil ist. Es bleibt ein sehr heißes Tabuthema. Die Betroffenen, sollten sie in Talkshows geladen werden, sind oft innerhalb der Szene schon Außenseiter, können zwar viel über die Ac-cessoires und Techniken berichten, nicht aber über die Ursachen für ihre Lust, die sie innerhalb der Grenzüberschreitung durch die Ausweglosigkeit der Partnerin bekommen.
- Das Leiden hat wohl eher zugenommen. Aus der Neugierde wird die unreflektierte Lust und das Kennenlernen der verschiedenen Stufen des SM inklusive der betroffenen, oft sehr eigen-artigen Menschen. Wir leben in einer Zeit der Orientierungslosigkeit. Das "Anderssein" wird salon-fähiger, und von einer "Propaganda der Perversion" mag niemand etwas hören.
Und was sagt der Arbeiter: "Es wird zunehmen, weil sie irgendwann alle darunter leiden ..." Hat er Recht?
- Hören wir noch mal auf den Arbeiter "Eher bedenklich – Liebe hat was mit Zärtlichkeit zu tun, außerdem breitet sich schon genug gesellschaftliche Kälte aus, aus der die Betroffenen selbst kommen. Wir brauchen nicht schon wieder ein gesellschaftliches Vakuum."
Und der Sexualwissenschaftler und Therapeut? Ist SM eher eine Modeerscheinung, ein neuer Kick für diejenigen, die es sich leisten können? Oder die Möglichkeit, innere Konflikte so entspannend ausleben zu können, um überhaupt überleben zu können? Ist der Mensch sich in der Sexualität nicht seiner Lebendigkeit bewußt nach einer langen Phase der funktionalen Unlebendigkeit des Elternhauses?
- Als Sexualwissenschaftler hast Du es schwer. Du magst die Menschen in all ihren verschie-denen Variationen und Fixierungen des Sexuallebens und weißt, daß trotz aller Liberalisierungs- und "Emanzipationsversuche" nur eine exklusive Liebesbeziehung ohne Fixierung das entspan-nendste und sinnvollste Erleben bedeutet.
Auch wenn der Weg für jede(n) ziemlich schwer ist.
Solange wir Gesetze als Orientierungen verstehen und auch so handeln, wird sich wenig ändern. Auch haben wir schon ausreichend Reglementierungswut in Deutschland. So bleibt der Kunstgriff mit der "Kunst".

Mit freundlichen Grüßen
Dr. MARCUS WAWERZONNEK Sexualwissenschaftler (pre-phobic researches)

Zum Zehnten

1988. Am Anfang war journalistische Neugier. Dann das Entdecken einer wohl verborgenen Sexu-alität. Da kam das erste Heft. Neu, mutig und irgendwie subversiv, für DM 6,-. Das schlechte Lay-out war gut, die Inhalte befreiend. Sexualität/S/M/Fetisch als Teil einer revolutionierenden Sub-kultur mit dem Charme des authentischen Untergrunds. Spannend. Wie die ganze endachtziger Zeit. Da gab es links und rechts, unten und oben. Die Subkultur war links und unten, erkämpfte neue Werte und Freiheiten, wurde zur Mode und irgendwann zum Teil des gesellschaftlichen Konsenses. So hatte alles seine Ordnung.
1998. Jetzt ist alles anders. Die SCHLAGZEILEN kosten DM 25,-, sind zwar keine Allerweltsware, aber Lieschen Müller und Verona Feldbusch kaufen sie jetzt bei Beate Uhse oder Dr. Müller oder so. Die Signale der Gegenkultur sind nicht mehr zu deuten. Bis Ende der achtziger Jahre war der Aufstieg von solchen Subkulturen in den gesellschaftlichen Mainstream ein regelmäßiger Zyklus gewesen, der relativ einfach zu verfolgen war. In den meisten Fällen formiert sich Subkultur im kreativen Untergrund. Ihre Vorkämpfer entwickeln Ausdrucksformen in Sprache, Mode und Kunst und dadurch auch Sexualität, die vom Rest der Gesellschaft nicht verstanden und schon gar nicht authentisch kopiert werden können. Zuerst entdeckten das neue Phänomen wir Journalisten, vor allem wir Fernsehautoren – und solche, die sich so nennen, wie Fernsehmoderatoren etc. –, die dann die Mechanismen der Vermarktung in Gang setzten, während die Subkultur zur Mode und Popkultur verflachte, bis sie irgendwann einmal zum kulturellen Vokabular der allgemeinen Be-völkerung gehörte.
Aber was soll′s. Ihr seid noch das beste Blättchen, das ich kenne, so kommt das Happy Birthday zum zehnten Jahr ganz vom Herzen, und macht nicht weiter so; back to the roots mit viel Lust.

Michael Höhn (Fernsehregisseur und Autor)

Lieber Matthias, gern komme ich Deiner Bitte nach und sondere ein paar Gedanken zum Thema ab. Zunächst ein-mal beglückwünsche ich Euch zu Eurer beständigen und konzepttreuen Arbeit – 44 Hefte muß man erst einmal machen; wer wüßte die Arbeit besser einzuschätzen als ich ... Bei mir sind es jetzt immerhin auch bereits 49 Hefte, wenn man die diversen Titel zusammenzählt ...

Des weiteren habe ich mit Freude wahrgenommen, daß ein Leserbrief einer Eurer Mitarbeiterin-nen zu dem unsäglichen Spiegel-Interview dieser tollen neuen Ministerin gedruckt wurde – das könnte ja noch heiter werden. Wehret den Anfängen, kann ich nur sagen – ein Freund wiegelte ab und meinte, das sei sicherlich so wie mit dem Tempolimit – letztendlich geschieht nichts. Warten wir es ab.

Wir haben im Juli nächsten Jahres ein großes Projekt, zu dem ich Euch noch ausführlich informie-ren werde und bei dem ich auch auf eine Zusammenarbeit mit Euch hoffe. Wir werden in Köln vom 2.-4. Juli (parallel zum Christopher Street Day) die ARTBIZARRE abhalten, eine Art Festival der Fetisch-Erotik. Fern vom Konzept gängiger Erotikmessen soll es hierbei um Kunst & Kultur gehen, Mode, Performance und Selbstdarstellung einer überaus kreativen und buntschillernden Szene. Dementsprechend sollen auch möglichst viele dabeisein. Wir machen es Ausstellern leicht, indem wir Stände zum Selbstkostenpreis anbieten. Aber wie gesagt, mehr dazu in Kürze ...

Nachfolgend nun meine Anmerkungen zu Deinem Brief, in der Reihenfolge Deiner Auflistung. Mach′ was draus ...

Alles Gute zu den Feiertagen und ein erfolgreiches und glückliches 1999,
Peter




- Informationsbedarf wird es sicherlich immer geben, da ständig neue Menschen heranwach-sen und in Kontakt mit Fetisch & SM kommen. Von einer Übersättigung würde ich in keinem Fall sprechen – bestenfalls an oberflächlichen, sensationslüsternen 3-Minuten-Beiträgen im Boulevard-TV. An tiefergehenden, sensiblen und fundierten Darstellungen dieser besonderen und an-spruchsvollen Formen der Erotik mangelt es nach wie vor. Artikel in großen Magazinen wie Stern und Spiegel stellen immer wieder die oft erschreckende Ignoranz und fehlende Sachkenntnis der Autoren unter Beweis. Da ist noch viel aufzuarbeiten ...
- Selbstverständlich habe ich Adressen zur Hand; ich veröffentliche sie sogar laufend. Zu allererst jedoch versuche ich, durch einen persönlichen Brief zu dem betreffenden Problem Stel-lung zu nehmen – jawohl, obwohl Marquis mittlerweile weltweit 45.000 Leser hat! Zum Glück haben davon nur die wenigsten Probleme ...
- Siehe oben – der Einfluß ist naturgemäß riesengroß. Was im Fernsehen kommt, muß ja wohl stimmen – so scheint jedenfalls der Großteil der Bevölkerung zu glauben. Dementsprechend ist die Oberflächlichkeit der Beiträge um so bedauerlicher.
- Was heißt "leiden"? Ich denke, daß die Zahl der "Leidenden" mit Sicherheit beständig ab-nimmt, da es uns Szene-Publizisten offenbar zunehmend gelingt, den guten Leuten ihre Hem-mungen und Skrupel auszureden. Zumindest kann ich das aus meiner Tätigkeit so erkennen.
Die absolute Zahl von Fetisch- und SM-Anhängern nimmt dagegen weiterhin zu, denke ich – wenn auch langsamer, als es Trendpropheten proklamieren.
- "Modeerscheinung" trifft es nicht. Sicher ist, daß der Medienrummel einiges bewirkt hat. Hinzu kommen auch die verstärkten publizistischen Aktivitäten in der Szene selbst – die MAR-QUIS-Auflage ist z.B. seit 1994 von 18.000 auf 45.000 Hefte gestiegen. Davon abgesehen ist Fe-tisch/SM ohnehin keine Mode, d.h., man wird sich selten nur kurzfristig damit beschäftigen. Wer hier einmal Feuer gefangen hat, bleibt in der Regel lange Zeit – wenn nicht lebenslang – dabei.
Eher ist es das neue Selbstbewußtsein, das die Leute freier mit ihren sexuellen Bedürfnissen um-gehen und sie ausleben läßt. Von einem "Einbruch" in den öffentlichen Raum kann m.E. keine Re-de sein – wer sich nicht dafür interessiert, wird auch nicht damit konfrontiert. Niemand wird schließlich gezwungen, Erotikformate wie "peep" etc. einzuschalten. Niemand wird gezwungen, auf eine Fetischparty zu gehen oder sich im Sexshop ein SM-Magazin zu kaufen.
- Die juristische Situation ist alles andere als befriedigend. Die Paragraphen sind derart "in-terpretierbar" und die Rechtsprechung derart unterschiedlich bis gar widersprüchlich, daß jeder in der Branche sich sozusagen auf dünnem Eis bewegt. Hinzu kommen die ewig-gestrigen Moral-apostel, die völlig an der Sache vorbei argumentieren und meist erschreckend schlecht informiert sind. Hier besteht dementsprechend Aufholbedarf – aber welcher Politiker wird sich in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit mit derartig unpopulären Problemstellungen exponieren?

Alles in allem steht für mich fest, daß Fetisch/SM nach wie vor mit allerlei Tabus, Mißverständnis-sen und Fehlinterpretationen beladen ist. Wir Fetischisten sind weder krank, noch haben wir Be-ziehungsprobleme, noch ist unser Leben oberflächlich nur nach Erotik ausgerichtet. Wir sind im Gegenteil besonders kreative und phantasievolle Menschen, unser Sexualleben ist reicher als das der meisten "Normalos", und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen sind oft dauerhafter und tiefgründiger.
Auch führen wir alle neben unserem Fetischleben durchaus eine bürgerliche Existenz und sind in der Regel gute Steuerzahler, Eltern und Staatsbürger. Es wäre an der Zeit, im Sinne einer allge-mein überfälligen Deregulierung auch den Bereich der Erotik selbstverantwortlichen Erwachsenen zu überlassen, die wissen, was sie wollen. Der Staat sollte sich auf Aufgaben konzentrieren, die nur er erledigen kann – in unseren Schlafzimmern sorgen wir gern selbst für Ordnung.

Peter. W. Czernich, Herausgeber des Fetisch-Magazins MARQUIS


Sehr geehrter Herr Grimme,
Ihre Anfrage vom 9.12.98 – Sechs Fragen zum Thema Sadomasochismus – ist mir zur Beantwor-tung übermittelt worden. Ich werde Ihnen meine Auffassung zu den aufgeworfenen Problemen darlegen, möchte jedoch darauf hinweisen, daß in der PDS-Bundestagsfraktion noch nicht über Sadomasochismus und die politischen Implikationen eines gesetzgeberischen Umgangs damit diskutiert worden ist.


- Für mich selbst kann ich sagen, daß ich meine, über SM gut Bescheid zu wissen – für die überwiegende Mehrheit der Partei bzw. der Bevölkerung generell trifft dies sicher nicht zu. Von einer Übersättigung kann jedenfalls keine Rede sein.
- Ja – das S/M-Adreßbuch der AG SM & Öffentlichkeit.
- Die Wirkung des öffentlichen Diskurses, so man überhaupt hierzulande von einem solchen sprechen kann, ist aus meiner Sicht zwiespältig. Einerseits werden in Talkshows oft Informationen vermittelt, die zur Aufklärung und zur Entwicklung von Akzeptanz beitragen können, auf der anderen Seite wird häufig nicht klar genug auf den Unterschied zwischen Gewalt, inklusive sexua-lisierter Gewalt, und SM verwiesen, so daß die Gefahr von Mißdeutungen nicht auszuschließen ist. Oft dienen Talkshows schon vom Konzept her lediglich der Befriedigung voyeuristischer Bedürf-nisse, nicht der Erweiterung des Blickwinkels der ZuschauerInnen.
- Ich denke, daß der Anteil der Menschen, die unter ihrer sadomasochistischen Veranlagung leiden, eher abnimmt. Die Toleranz gegenüber verschiedenen sexuellen Praktiken scheint mir grö-ßer geworden zu sein, allerdings ohne daß dies in jedem Fall mit tatsächlicher Akzeptanz verbun-den ist.
- Es ist sicher beides – zum einen ist es chic, sich tabulos zu zeigen, andererseits ist es ganz sicher auch ein Zeichen zunehmenden Selbstbewußtseins von SMlerInnen, sich offen in verschie-denen Formen zusammenzufinden. Von einem "Einbruch in die Normalität des öffentlichen Rau-mes" kann meiner Meinung nach jedoch nicht gesprochen werden – das trifft allenfalls für einige wenige Großstädte zu.
- Die juristische Situation halte ich für unbefriedigend. Im Strafgesetzbuch sind bestimmte Formen der Verbreitung "pornographischer Schriften" unter Strafe gestellt (§ 184 StGB), ohne daß eine Definition von Pornographie gegeben wird – was aus meiner Sicht auch nicht möglich ist. § 184(3) StGB pönalisiert zudem Darstellungen von "Gewalttätigkeiten" – worunter im böswilligen Fall auch SM verstanden werden kann. Hier wären Klarstellungen bzw. die Streichung des § 184 angebracht. Inwieweit die strafrechtlichen Bestimmungen zur Körperverletzung in der jetzigen Fassung geeignet sind, auch SM-Sex zu kriminalisieren, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier wäre ich Ihnen für entsprechende Informationen dankbar. Zu prüfen wäre auch, inwieweit die Bestim-mungen zur Nötigung ausreichend sind, um jedweden Zwang zur Teilnahme an SM-Aktivitäten, also die Mißachtung des Prinzips der Freiwilligkeit, strafrechtlich zu verfolgen.

Für Nachfragen stehe ich jederzeit gern zur Verfügung. Mich interessiert auch, ob Sie die sechs Fragen an alle Fraktionen im Bundestag gerichtet haben und was mit den Antworten geschieht.
Mit freundlichen Grüßen

Christina Schenk, MdB, Familien- sowie lesben- und schwulenpolitische Sprecherin der PDS-Bundestagsfraktion


10 Jahre Schlagzeilen oder: Bericht von einem Ahnungslosen

Es ist nun schon gut drei Jahre her, daß ich im Rahmen meiner Arbeit durch den „O- Ring" in Kon-takt mit der SM-Szene kam. Bis dahin war es für mich eine suspekte Gruppierung von Menschen, die ich mehr oder weniger aus Öffentlichkeitsberichten und aus den sogenannten SM-Videofilmen kannte. Jedem Insider werden sich jetzt vermutlich die Nackenhaare sträuben, wenn ich die Film-inhalte mit den Zielen der Szene identifiziere. Aufeinander einprügelnde Personen, Menschen, die sich gegenseitig wehgetan haben. Es stellte sich für mich so dar, daß es hier eigentlich nur darum ging, ein dunkles Gewaltpotential auszuleben. Und damit sollte ich mich nun aufgrund des „O-Ringes" in Verbindung und auseinandersetzen. Doch es half nichts. Rasch die vom Charon Verlag angegebene Telefonnummer gewählt und – welch Überraschung: am Ende der Leitung meldete sich eine männliche Person, deren Stimme eigentlich gar nicht brutal und grausam klang. Nach-dem ich mein Anliegen unterbreitet hatte, entwickelte sich ein sehr nettes und aufgeschlossenes Gespräch, welches letztlich darin endete, daß man einen weiteren Gesprächstermin vereinbarte, da der Angerufene rasch bemerkt hatte, daß ich überhaupt keine Ahnung von der Szene hatte. Da ich selber allem, was mit Sexualität in Zusammenhang steht, sehr aufgeschlossen und wißbegierig gegenüberstehe, kann sich ja vielleicht jeder vorstellen, daß der Zeitraum, der für dieses Gespräch eingeplant war, bei weitem überschritten wurde. Bei einigen Tassen Kaffe und unzähligen Zigaret-ten hat mir Matthias dann klargemacht, daß es in der Szene nicht vordergründig auf Gewalt um der Gewalt willen oder Macht um der Macht willen ankommt, sondern zwischen den Akteuren in erster Linie eine ganz normale Beziehung besteht, wie sie auch bei den sogenannten Normalen besteht. Wenn ich damals richtig zugehört habe, lebt die Szene diese Beziehung aber intensiver aus. Dieses Vertrauensverhältnis wird in verschiedenen Formen ausgereizt bis zu einem vorher festgelegten und durch Kennwort geschützten Bereich, der von einem der Akteure nicht mehr to-leriert wird. Wenn man den letzten Satz auseinanderbröselt, wird man feststellen, daß hier einige Begriffe verwendet werden, die in den sogenannten normalen Beziehungen kaum erwähnt wer-den. Selbstverständlich sollte es in jeder Beziehung eine Vertrauensgrundlage zwischen den Part-nern geben, aber aufgrund der Intensität des Auslebens der Sexualität in der Szene ist es einfach notwendig, daß jeder der Handelnden sich besonders darüber im klaren sein muß, in welches Ab-hängigkeitsverhältnis sich sein Partner zu ihm begeben hat. Da in der Szene die Personen zum Teil aktiv als auch passiv sind, ist sich also auch jeder darüber bewußt, wie wichtig dieses Vertrauens-verhältnis ist – will er doch selber nicht, daß man mit ihm gegen seinen Willen und seine Neigun-gen verfährt. Da man aber nicht vorher unbedingt festlegen kann, wie man vor einem Zusammen-sein auf die Aktionen reagiert und wie leidens- oder schmerzfähig man an diesem Tag ist, wird vorher in der Regel ein Begriff festgelegt, der nichts mit der eigentlichen Ausführung der ge-schlechtlichen Handlungen zu tun hat, diese aber sofort unterbindet. Ein solch konsequentes Ver-halten fordert aber von den Akteuren auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Ich stelle jetzt einfach mal in Frage, ob in den sogenannten normalen Beziehungen auf diese Kriterien immer so viel Wert gelegt wird.

Als Folge des Gesagten müßte man nun eigentlich davon ausgehen, daß es alles charakterstarke Menschen sind, die der Szene angehören. Ohne große Insiderkenntnisse behaupte ich jetzt einfach mal, daß es überwiegend auch so ist, denn diejenigen, die sich nicht an die festgelegten Spielregeln halten, haben ob ihres Verhaltens keinen Platz in der Szene.

Das waren für mich nun vermittelte Erkenntnisse, die ich so nicht erwartet hatte. Meine Vorstel-lungen von der SM-Szene wurden damit grundlegend auf den Kopf gestellt. Da ich, wie bereits oben erwähnt, immer ein offenes Ohr für Neues habe, nahm ich gerne eine Einladung von Matthi-as an, mir einmal eine solche SM-Veranstaltung anzusehen. Seine einzige Bitte war, daß ich schwarz gekleidet zur Party kommen sollte. Kein Problem. Blackdressed erschien ich dann, doch mit einem leicht mulmigen Gefühl im Bauch, am Veranstaltungsort. Hatte ich nun geglaubt, daß mich alle anstarren und als Fremdling outen, mußte ich bemerken, daß ich mehr oder weniger ignoriert wurde, was mir auch nicht sonderlich gut gefiel. Ich kannte keinen und war einfach unsi-cher, wie ich mich zu verhalten hatte. Also holte ich mir einfach mal ein Getränk und verzog mich in die Ecke des Raumes, um mir das Treiben von dort aus anzusehen. Ich weiß, daß es mir bei je-der anderen Veranstaltung auch so gegangen wäre, aber unter den besonderen Umständen – und damit meine ich, wenn eine Person, egal ob Mann oder Frau, sich ein Herz gefaßt hat, eine solche Veranstaltung zu besuchen, weil sie testen möchte, ob die Szene zu ihren Neigungen paßt – wäre es gut, einen Ansprechpartner oder -partnerin zu haben. Ich denke, daß die Leute aus der Szene sich doch so gut kennen müßten, daß sie Neulinge bemerken. Diesen könnte man auf jeden Fall behilflich sein, den Einstieg in die Szene zu erleichtern, oder ihnen dabei helfen zu erkennen, daß es nicht die Szene ist, die sie gesucht haben. Es gibt bestimmt noch viele, die sich aus den unter-schiedlichsten Gründen nicht trauen, solche Veranstaltungen zu besuchen.

Erwähnen möchte ich einfach noch, daß sich seit unserem ersten Zusammentreffen zwischen Mat-thias und mir eine sehr gute Bekanntschaft entwickelt hat, die dazu geführt hat, daß wir uns ab und zu, wenn vielleicht auch zu wenig, auf einen Klönschnack treffen. Zu diesen Treffen hat mir Matthias freundlicherweise auch Schriftmaterial aus der Szene, vornehmlich die Schlagzeilen, mit-gebracht. Ich möchte nicht verhehlen, daß einige der darin veröffentlichten Sachberichte als auch Geschichten meinen Nerv haben anklingen lassen. Wenn es auch aus Sicht der Herausgeber ver-ständlich ist, daß einige Sachen sehr drastisch dargestellt werden, weil in der Szene einfach ein großes Selbstverständnis vorherrscht, ist es doch immer wieder eine Gratwanderung, denn die Schlagzeilen werden öffentlich angeboten und können so leicht in den möglicherweise strafbaren Bereich kommen. Daß dies bisher in den letzten 10 Jahren nicht der Fall war, ist wohl mehr oder weniger ein Verdienst der Redaktion des Charon Verlages. Ich wünsche den Verantwortlichen auch weiterhin ein glückliches Händchen bei neuen Veröffentlichungen, um einerseits ihren Mit-gliedern ein erfülltes Leseerlebnis zu präsentieren und sich anderseits nicht mit dem Gesetz zu konfrontieren.

Sollte meine kleine Abhandlung bei dem einen oder anderen auf absolutes Unverständnis getrof-fen haben, so darf er sich vertrauensvoll an Matthias wenden, denn er wird mir sicherlich ein Feedback zukommen lassen.

Ein Außenstehender (Mitarbeiter einer Behörde)



(...)
- Doch – ich denke, es gibt noch Informationsbedarf zur Bedeutung von SM.
- Nein – ich habe keine Adresse, um sie weiterzugeben.
- Das öffentliche Handling des Themas SM, gerade in den Medien wie Talkshows etc., halte ich für diskriminierend, sensationslüstern – gemacht für voyeuristische Konsumenten.
- Ich glaube, daß der Anteil der unter ihrer sadomasochistischen Veranlagung leidenden Menschen wohl zugenommen hat.
- Ich sehe die gestiegene Präsenz des Themas SM in vielerlei Formen sowohl als Modeer-scheinung als auch als Ausdruck eines gestärkten Selbstbewußtseins der so liebenden Menschen – und habe hierzu jedoch auch meine Bedenken – die Sicht auf Ursache und Wirkung ist sehr kom-plex. In der Frage gibt es für mich kein "oder" – alle drei Attribute treffen in meinen Augen zu.
- Hier muß ich leider passen – ich bin über den betreffenden juristischen Rahmen nicht aktu-ell informiert.
(...)
Liebe Grüße und alles Gute zum Jubiläum
Lisa Fitz (Kabarettistin)


Telefoninterview mit Jürgen Drews,
Die SCHLAGZEILEN haben ein paar Fragen an ihn. (Jan schwört Stein und Bein in einem Beitrag über den Sänger Handschellen an seinem Bett gesehen zu haben.) Herr Drews findet es „geil“, daß wir was mit SM zu tun haben und freut sich, daß uns seine Meinung interessiert.
- Es gibt immer einen Informationsbedarf zu sexuellen Dingen wie SM. Wenn man Informa-tionen hat und mehr weiß, dann ist SM auch für die Leute, die nichts damit zu tun haben, nicht mehr bedrohlich, dann sind sie toleranter. Erlaubt ist was Spaß macht, solange es einem gut tut und niemand anderen verletzt.
- Nein, ich kenne keinen, der mit SM zu tun hat.
- Die Darstellungen über SM in den Medien haben einen positiven Einfluß, weil die Men-schen dann sehen, daß es ganz normale Leute sind, die so drauf sind. Und wenn sie auch so veran-lagt sind, dann fühlen sie sich nicht mehr so alleine. Und die anderen verlieren die Angst und pro-bieren vielleicht selbst mal aus, was das so ist.
- Das weiß ich nicht, aber ich glaube, daß es inzwischen immer mehr leute gibt, die sich mit SM beschäftigen.
- Ich glaube daß es sowohl Mode, als auch Emanzipation ist. Inzwischen gibt es ja auch eine Menge Leute, die für dieses und jenes offen sind, obwohl sie sich nicht als SM-Leute verstehen. Ich war neulich mit meiner Frau in Amsterdam und da sind wir durch die einschlägigen Shops gezo-gen. Da gabn es schon das eine und andere was wir interessant fanden. Korsetts z.B. oder Brust-warzenpiercings. Aber meine Frau hat Angst, daß sie das hinterher stört.
- Davon weiß ich zuwenig, ich bin halt nur ein einfacher deutscher Schagersänger.
Jedenfalls wünsche ich euch alles Gute und vielleicht schickt ihr mir mal ein Heft. (Was wir ge-macht haben)


Hallo Matthias.
Als hätten wir nicht genug zu tun ... müssen wir auch noch Eure Fragen beantworten!
Machen wir aber gerne, wenn′s nur schön macht. Scheint der Trend zu sein, Erhebungen zu tref-fen, Fragen zu stellen und Statistiken zu erwirken, ich werde das mit Interesse aufgreifen und Euch demnächst behelligen!
(...)

- Informationsbedarf gibt es nach wie vor, genau wie es Bedarf an Menschen gibt, mit denen man einen kompetenten Austausch an Informationen pflegen kann.
Eine Übersättigung im seichten erotischen Mediensumpf sehe ich nicht.
- Das liegt an den gewünschten Gegebenheiten.
Bei Kontaktsuche oder ortsbezogenen Wünschen empfehlen wir einschlägige Gesprächskreise oder verweisen auf unsere Veranstaltungen in der KULTURRUINE, bei Artikeln, die von hier aus an die Musikpresse fließen, oder literarischen Bedürfnissen verweisen wir stets auch als Quellen-verzeichnis auf die SCHLAGZEILEN und deren Buchtips, was Euch sicher nicht neu ist, aber trotzdem freuen sollte.
- Wir wissen alle, daß in öffentlichen TV-Veranstaltungen keine Inhalte vermittelt werden können. Die Aufgabe unsererseits besteht darin, uns zu "entpervertieren" und auch landläufigen Meinungen der lieblosen Schlägerbanden mit stimmigen "Schlagargumenten" mentaler Art entge-genzutreten.
- Ich sehe bei SM-Verhalten ein größeres Bedürfnis der "Normalbevölkerung" als bisher an-genommen. Ähnlich wie beim "Kiffen" gibt es eine sehr große Dunkelziffer der im Ansatz Prakti-zierenden und ein großes Bedürfnis nach dem sehr intensiven Sex mit einer zunehmenden, aber immer noch kleinen Akzeptanz in unseren gesellschaftlichen Strukturen. Unsere subjektive Sicht ist es, daß die Entwicklung der Gesellschaft mit ihren sehr unpersönlichen Strukturen und der Oberflächlichkeit der Konsumgesellschaft den sehr intensiven Sexualpraktiken mit allen psycholo-gischen und soziologischen Effekten sehr entgegenkommt.
- Abgesehen von dem "Discofetischismus" sehe ich die Vergnügungskultur in SM-Kreisen nicht als Modeerscheinung. Ich sehe gegenteilig einen starken Trend anderer artverwandter Kul-turgruppen wie z.B. der Gothic-Kultur, sich dem sexuellen "Underground" anzuschließen. Das geschieht natürlich im Einklang des Alters der Menschen und des individuellen Verständnisses. Längerfristig glauben wir, daß S/M als Kultur, ähnlich wie die Schwulenbewegung, eine zuneh-mende Akzeptanz erhalten wird.
- Die juristische Situation ist angesichts der sehr verstaubten Gesetzgebung, ähnlich oder noch schlimmer wie beim Familienrecht, was die Praxis bei gegenseitigem Einverständnis der Partner und auch die Medienlandschaft betrifft, unserer Meinung nach sehr unbefriedigend.

Liebe Grüße (...)
Mozart von der Musik-Gruppe Umbra et Imago


Manchmal träume ich. Von den guten alten Zeiten.
Von damals, als SM etwas Geheimnisvolles, Verbotenes, bizarr Düsteres und so Verlockendes hat-te.
Die wenigen Partys für Gleichgesinnte waren ein Geheimtip. Auserwählt, wer daran teilhaben durfte. Das Outfit aus Lack und Leder oft teuer und mühevoll ergattert, meist in London oder Am-sterdam. Damals, als es eine Provokation war, sich eine masochistische Frau zu nennen. Damals, als es die SCHLAGZEILEN noch nicht gab. Nur ein paar Schmuddelhefte unter der Ladentheke mutiger Sexshops. Überteuerte Magazine mit unscharfen Fotos und noch unschärferen Texten. Abgegriffene, weil tausendfach gelesene Blätter, denn nichts anderes gab es damals, zur Inspirati-on der eigenen Phantasie. Heute ist alles anders. Es gibt so viele SM- Partys, daß ich den Überblick verloren habe und deshalb zu keiner mehr gehe. Lack und Lederklamotten hängen bei C&A und H&M, und mir ist die Lust daran vergangen. Und es gibt jede Menge Magazine für die Freunde der bizarren Liebeslust. Ganz offiziell in den Verkaufregalen zahlreicher Sexshops, aber auch Bou-tiquen und Buchläden.
Die SM-Szene hat sich etabliert. Kommerzialisiert. Das hat gute Seiten. Weil sich Leute gleicher Neigung jetzt leichter begegnen können. Weil man keine Kündigung mehr zu fürchten hat, wenn man den eigenen Chef abends in Sklavinnenmontur auf der Straße trifft. Weil jeder in jeder Talk-Show sagen darf, daß er gern die Stiefel seiner Herrin leckt. Die SM-Szene hat sich enttabuisiert und befreit. Eine tolle und wichtige Entwicklung, denn wie schon Rilke sagte: "Bleiben ist nir-gends". Und doch: Manchmal träume ich. Von den guten alten Zeiten. Von damals, als ich die ers-ten Ausgaben der SCHLAGZEILEN in den Händen hielt und berauscht war von der Aussicht, eine Familie gefunden zu haben. Eine kleine Gemeinde Gleichgesinnter mit einem – damals schon – hohen Anspruch der ästhetischen und journalistischen Aufbereitung unserer so sensiblen Nei-gung.
Das Warten auf jede neue Ausgabe war qualvoll. Und schön. Das Erscheinen jedesmal ein (Freu-den)Fest.
Auch die SCHLAGZEILEN haben sich entwickelt. So, wie sich eben alles entwickeln muß, was Bestand haben will und lebensfähig ist. Sie sind professioneller geworden und auch kommerziel-ler. Aber sie sind sich selbst treu geblieben. Als anspruchsvolles Forum für Menschen mit Quäl- und Leidenslust. Und – nicht nur manchmal – träume ich davon, daß das immer so bleibt!

Sina Aline Geissler (Autorin u.a. von „Mut zur Demut“ und „Lust an der Unterwerfung“)


Mein Coming in oder wie ich dank der Schlagzeilen merkte, daß ich kein SMer bin
Als ich im Februar des Umbruchsjahres 1989 eine in der Wüste des Kontaktanzeigenteils im Ham-burger Stadtmagazin Szene versteckte Kleinanzeige entdeckte, in der ein gewisser Herr Hampel jenen, die ihnen (wohl denen, die sich hinter jener Anzeige verbargen) immer noch nicht trauten, gegen postalische Bestellung nähere und dazu kostenlose Informationen über die Schlagzeilen, einem Magazin von SMern für SMer (oder so ähnlich) anbot, begann für mich eine fast drei Jahre anhaltende Periode, in der ich tatsächlich glaubte, einer jener SMer zu sein oder ihnen doch we-nigstens stark zu ähneln. Das führte sogar dazu, daß ich im heißen Herbst ′89 in die Redaktion der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Schlagzeilen eintrat, in der ich es immerhin zwei Jahre lang aushielt. Und es hatte wahrlich Vorteile, SZ-Redakteur zu sein. Junge leckere Masochis-tinnen, die mich als einfachen Sadisten aus dem Volke (oder gar als Stino) niemals auch nur eines Blickes gewürdigt hätten, schauten plötzlich ehrfurchtsvoll an mir hoch, jedenfalls dann, wenn die Kollegen JPS und MTJG gerade von so vielen anderen Mädels umstellt waren, daß der Blick zu ihnen nicht frei war.

Auch an einen ersten Redaktionsausflug nach Berlin zur sagenumwobenen Party in der Domina-Bar in jenem Herbst erinnere ich mich gern. Denn auf den Autobahnraststätten begegnete uns nicht nur mit großen Augen via Prag und Budapest gen Westen strebendes DDR-Jungvolk, son-dern auch mit noch größeren Augen Bauklötze staunende DDRentner, deren männlicher Teil un-sere gewagt gekleideten Redakteurinnen bzw. Redakteurssklavinnen optisch mit Haut und Haa-ren verschlang, während die Omi aus der Mark warnend den Zeigefinger erhob: "Ja, ja Vadder, das ist der goldene Westen". Die gewagte bzw. nur rudimentär vorhandene Kleidung unserer Mo-dels erregte noch ein anderes Mal einiges Aufsehen. Bei einem Fotoshooting in der Speicherstadt gerieten sie in das Blickfeld eines Touristenbeschnackers (He lücht) auf einem der Hafenrund-fahrtsbarkassen: "Da bitte jetzt nicht hingucken, meine Damen und Herren, das Deern hat nichts an".

Schön und aufregend war sie, diese Zeit, mit der Mauer fielen auch meine letzten Hemmungen, was auf dem Höhepunkt dazu führte, daß ich auf einer Party im Süddeutschen zum ersten und einzigen Mal in meinem Leben zum Wohlgefallen eines überwiegend schwulen (!) Voyeurspubli-kums nicht nur meine Partnerin züchtigte sondern sogar öffentlichen Geschlechtsverkehr mit ihr trieb. Von da an gings bergab. Zwar hatte mein Unterbewußtsein mir bereits frühzeitig gemeldet, daß irgend etwas an dieser ganzen Euphorie nicht stimmen konnte, daß irgendwo ein Haken, ein auf den ersten Blick kaum sichtbarer aber letztlich entscheidender Systemfehler meine Kompatibi-lität zur SM-Szene beeinträchtigte, doch erst einmal wollte ich ihn natürlich nicht wahrhaben. Ich redete mich mir selbst gegenüber heraus, daß die Szene und die Schlagzeilen ja noch jung und ihre weitere Entwicklung mithin offen und von mir beeinflußbar wären. Schließlich wollte ich meine so frisch erworbenen Privilegien (sogar fremde Sklavinnen durfte ich mir ein paar Mal ausleihen, wie aufregend...) nicht wieder aufgeben, und so belog ich mich noch eine Zeitlang. Zumal sich durch die Abonnentenkartei der Schlagzeilen herausgestellt hatte, daß auch mein Bruder ein Jünger der Szene war. Da konnte doch eigentlich nichts falsch sein.

Im Nachhinein betrachtet bedurfte die Aufrechterhaltung dieser Illusion schon einer gehörigen Portion Einbildungskraft. Wenn ich nun, mit dem Abstand eines Jahrzehnts, die ersten Nummern der Zeitung noch einmal durchblättere, so muß ich zugeben, daß die Grundzüge dessen, was die Schlagzeilen heute ausmacht, bereits damals vorhanden waren. Sie verstanden und verstehen ihre Aufgabe als Sozialarbeit mit pornografischer, heute eher stilisiert erotischer Garnitur. Man wollte den verklemmten, verhärmten und versteckten SMern ihr Coming out ermöglichen und sie zur Inszenierung ihrer heimlichen Lüste ermutigen. Und man wollte SM als Lebensstil in der Öffentli-ckeit hoffähig machen. Dafür brauchte es einen Moralkodex, schließlich wollte man Ängste neh-men und keine neuen auslösen.

Ich aber suchte gerade die Angst im Ungewissen, ich wollte die Schlagzeilen als Medium eines wilden amoralischen erotisch-pornografischen Undergrounds. Eigentlich wollte ich von Anfang an kein SM. Ich wollte virtuellen Sadismus ohne Tabus - doch de Sade war in der Szene wenig gelit-ten - und ich wollte natürlich Mädchen kennenlernen. Doch immer weniger interessierten mich die Inszenierungen auf den diversen Parties, die Stories las ich bereits nicht mehr, als ich noch Redak-teur war, und meine Sexualität zog sich aus dem Scheinwerferlicht wieder dorthin zurück woher sie gekommen war: In meinen Kopf und bestenfalls in die atemlosen Gespräche beim wilden Normalo-Akt im häuslichen Schlafzimmer. Meine wilde, brutale und unendlich traurige Sexualität lauert in meinem Unterbewußtsein. Nur im anarchischen Akt, der vor allem im Kopf und in der Phantasie stattfindet - denn nur dort kann sich das Unterbewußtsein melden - kann sie sich entfal-ten. Wird sie dagegen in einvernehmlich trauter SMArt domestiziert, so zieht sie sich zurück, ent-fernt sich und hinterläßt nur sinnlose Leere. Als ich vor vielen Jahren das letzte Mal auf meine ge-fesselte Geliebte einschlug, wurde mir plötzlich klar, daß es mir absolut nichts bedeutete. Mein Coming In war abgeschlossen.

Vielleicht waren die knapp drei Jahre, in denen ich glaubte, meinen sadistischen Hunger nach Lie-be als aktiver Sadomasochist stillen zu können, die wichtigsten meines erwachsenen Lebens. Die Schlagzeilen haben in dieser Zeit eine zentrale Rolle gespielt, an ihnen und an der Redaktion habe ich mich abgearbeitet, aber sie haben auch mein erotisches Selbstbewußtsein gestärkt, und ihnen verdanke ich letztlich die zunächst bittere aber unausweichliche Erkenntnis, wer und wie ich ei-gentlich bin. Daß die Schlagzeilen dafür nicht das richtige Medium sind, ist nicht ihre Schuld und beileibe kein Nachteil. Daß sie den tatsächlichen Härten und Grausamkeiten unserer Existenz und deren Verbindung zur Sexualität ausweichen, daß sie es sich wie ich finde manchmal doch allzu einfach machen mit der scheinbar heilen Welt des Sadomasochismus, daß die Fotos oft plakativ und allzu glatt sind, das alles vermag ich ihnen heute großzügig nachzusehen, da ich schließlich nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Heute interessiere ich mich zum Beispiel für Snuff, da ist die Szene tatsächlich noch im Underground und die Halbwertzeit der Publikationen ist entsprechend gering. Hochglanzmedien mit sozialpädagogischer Reputation können sich da schwerlich entwi-ckeln. Da ich aber auch die SZ (SMer sind in Treue fest!) noch immer regelmäßig zugeschickt be-komme, verfolge ich ihre Entwicklung eingedenk der ganz kleinen Anfänge aus der Perspektive eines früheren Hausfreunds der Eltern mit staunenden Augen. Daß es Euch gelungen ist, in einer Dekade aus einem ehemals winzigen Alternativbetrieb ein professionell arbeitendes Unternehmen mit einer immer breiter werdenden Produktpalette zu machen (ich weiß, wie schwer das ist), ver-dient Achtung und Respekt und nicht die kleinkarierten Anpinkeleien, denen Ihr desöfteren aus-gesetzt seid. In diesem Sinne gratuliere ich der Redaktion und allen Mitarbeitern herzlich zum Zehnten und wünsche, daß die Schlagzeilen auch weiterhin ein stetig wachsendes und lauter wer-dendes Zentralorgan ihrer Szene sein mögen.

Panta Rhei (ehemaliger Redakteur der SCHLAGZEILEN)


Zur Umfrage "10 Jahre SZ und SM"

"Where were you in ′77?" (Punk-Graffito)

Glaubt man denen, die ,,schon lange dabei" sind, so ist alles schlechter geworden – denn früher war ja alles besser. Nicht so viele Poser, Voyeure, Modepuppen. Das klingt bisweilen harsch und ist auch so gemeint (natürlich). Einst intime Partys sind zum Schaulaufen der Möchtegerns ver-kommen, immerhin immer noch intim. Rund um die "Szene" brodelt ein kommerzieller Sumpf aus Messen, Shows und der bunten Kirmes für Trittbrettfahrer. Sind dies aber nicht die Geister, die man selber rief?
Mag sein, daß dies der Preis ist, den jede Subkultur zahlt, wenn sie die Tür öffnet und den Main-stream ins Wohnzimmer läßt. Jammern aber gilt nicht, darauf stehen noch mal 12. Vielleicht ist es sinnvoll zu schauen, was diesseits des täglichen bizarren Talkkrawalls ("Für unsere Sendung bräuchten wir noch jemanden in Gummiklamotten, Herr K., Sie kennen sich doch aus ...") gewon-nen wurde: mehr Offenheit für alle, etwas weniger Leidensdruck für einige, schlicht ein Stück weit Normalität. Gerade die Selbstverständlichkeit, mit der recht junge Leute ihr sexuelles Selbstver-ständnis (Hi, bist Du auch deviant?) formulieren, mag bei älteren Szenehasen nicht nur Bewunde-rung, sondern zum Teil auch einfach Neid auslösen. Doch lohnt sich vielleicht, die Faust in der (Gummi-)Tasche zu ballen und eine Zeitlang mit karnevalisierten Stinos die Plätze zu teilen (so-lange es Mode ist) und den Ausverkauf von ehemals esoterischen Zeichen, Sprache und Gebräu-chen zähneknirschend mitanzuschauen (Was bekam ich zu Weihnachten? Genau, ein lackbestiefel-tes Plüschdromedar, das immer noch für einen Zigarettenkonzern wirbt, der lieber nichts mit der "echten Szene" zu tun haben möchte, s. SZ Nr. 35).
Da mag man denken: ,,Übersättigung?" Ja, und hoffentlich bald!
Ein Philosoph sagte sinngemäß, wenn der Liebe die letzten Geheimnisse entrissen sind, sie nur noch Gerede ist, dann stirbt sie auch. Wer den Reiz des Dunklen, Verborgenen und manchmal auch Verbotenen sucht, muß das Scheinwerferlicht der Talkrunden und 24-Stunden-Reportagen fürchten. Da ist die Gefahr, daß auf Normalität gleich auch Ernüchterung und Langeweile folgen. Da ist aber auch die Gefahr einer Wahrnehmungsverzerrung: längst nicht alle ,,Mitliebenden" ha-ben eine "SM-Welle" bemerkt, auch wenn man selbst meint, die müsse einen doch an jeder Ecke anspringen. So manches feuchtfröhliche Outen hat auch 1999 noch peinliche Folgen

Roger Kortum (Medienarbeiter und Kritiker)


Lieber Matthias,
(...)
Ich kenne Kneipiers, die klar und ehrlich sagen: Machen wir doch ein paar SM-Parties, da können wir die dicke Kohle abzocken. Krasses Beispiel einer Mühle (genauer Name bekannt), die die Prei-se nach Nase ausmachte. In einem Pärchenclub wurden unterm Dachjuchhe Katakomben etc. von Interessierten installiert. Die vier Betreiber fanden es voll genial. Unterstützten dies sogar zu An-fang noch finanziell. Doch als die ersten Mitglieder dieser Gruppe kamen, wurden von den Betrei-bern die Spanner nach oben geschickt: Geht rauf, da oben schlagen sie sich jetzt! Da geht der Punk ab! ... usw. Proteste wurden unterbunden: Was wollt ihr denn, dafür habt ihr doch (bis natürlich auf die Einzelherren ...) kostenlosen Eintritt ... Zu besonderen Festivitäten wurden auch von Paa-ren zwischen 25 und 75 Mark pro Paar – und manchmal auch pro Person/Paar verlangt. Männer zahlten 250 bis 350 Mark. Das "Domizil" wurde in einer Nacht- und Nebel-Aktion samt inzwischen vorhandenem Spielzeug und Einrichtungsgegenständen (vieles wurde leider geklaut) von der Gruppe geräumt! Unser innerer Reichsparteitag: Diese vier Herren haben sich abgesetzt, eine Latte unbezahlter Rechnungen hinterlassen und können keine Suchenden mehr ausbeuten. Eine Disco im Raum schloß nach acht Wochen die Pforten – 99 % Spanner (erschreckend: optisch vielleicht gerade 16 und mit dem entsprechenden "Humor" ausgestattet), der Gemeinderat spielte verrückt, die Bude war kalt und die Getränke an diesen Abenden teurer als sonst. Hat auch dicht gemacht.
Leider kann man, um Kontakte zu knüpfen und mal unter Menschen zu kommen, auf SM-Parties nicht verzichten. Der Trend hier unten geht jedoch zu Privat-Parties mit max. 12 Personen, die in privaten Räumen abgehalten werden. "Da ist man/frau unter sich, und kann sich trauen!"
(...)
Liebe Grüße und Glückwunsch

Inga (Mitbegründerin der SM-Gruppe Chamäleon und SCHLAGZEILEN-Autorin)


Sechs Fragen und zehn Prophezeihungen
Hallo zusammen,

ich war zwar vor zehn Jahren noch gar nicht in der Subkultur, aber hey, ich habe zu allem eine Meinung =8)...hier Wolf Deunans Antwort auf Eure sechs Fragen.

- Eine Diskussion um die "Bedeutung" von SM sollte und wird es immer geben. Das ist auch gut so - zu viele Leute kommen noch aus der Einsamkeit mit Vorstellungen von SM, die von zuviel Wichsvorlage und nicht genug Wirklichkeit stammen: Der Glaube an einer Pflicht zur 24-Beziehung ist da noch das Harmloseste. Übersättigt bin ich da eigentlich nur mit den dogmati-schen Diskussionen von selbsternannten Pseudo-Philosphen, wie sie besonders im Internet zu wu-chern scheinen.

- In NRW ist das keine Frage: SMart Rhein-Ruhr e.V. hat nicht nur die größte räumliche Ausdehnung, sondern auch mit den strukturierten Einsteigergruppen und einer Vielfalt an Kon-taktmöglichkeiten keine ernsthafte Konkurrenz. Dazu kommt noch, daß SMart wegen seiner Grö-ße auch inzwischen eine interne Vielfalt bietet, so daß jeder inzwischen Chancen hat, jemand auf seiner Wellenlänge zu finden.
Außerhalb von NRW sind Kontakt-Empfehlungen schon schwieriger. Aus eigenem Wissen kann ich eigentlich nur die Gruppen empfehlen, die ich kenne - Hamburg, Hannover, mit Einschrän-kungen München. Wenn es um Kontakt geht und nicht um Informationen, wäre ich gezwungen, ihnen ohnen Gewähr eine Adresse einer Gruppe in ihrer Nähe zu geben. Zum Glück komme ich selten in diese Verlegenheit; ein gutes Gefühl habe ich nie dabei.

- Der Einfluß der Talkshows auf die Meinungsbildung dürfte bei den, sagen wir einmal, "ge-bildeten" Schichten nach der Neugierde der ersten Jahre eher abgenommen haben. Nach wie vor halte ich unserer Erwähnung darin für eher nützlich als schädlich, auch wenn die Moderatoren uns ausschlachten wollen. Das hängt mit meinem Glauben zusammen, daß wir immernoch eine Botschaft vor jeder anderen stellen müssen: „Uns gibt es!“ In den vergangenen Jahren hat sich "uns" von seiner ursprünglichen Bedeutung als "Sadomasochisten" gewandelt. Dank der Medien dürften nur die allerwenigsten Sadomasochisten in der Gesellschaft noch nicht erfahren haben, daß es andere mit ihrer Neigung gibt. Mit "uns" sollte vielmehr gemeint sein, daß es eine nicht-kommerzielle, strukturierte Subkultur gibt, der man und frau sich ohne Angst vor Mißbrauch an-schließen kann; daß wir den berühmten "geschützen Raum" bieten, um über die eigenen Neigun-gen ohne Angst zumindest sprechen zu können.
Solange diese Message bei den Talkshows durchkommt, ist der Rest erstmal egal.

- Das ist eine Generationsfrage. Die ältere Generation, die, die jetzt um die 50 ist, scheinen wir praktisch nicht ereicht zu haben. In meiner Generation, um die 30, haben wir zumindest eine Chance geben können, sich unter Gleichgesinnten zu ihrer Sexualität bekennen zu können - und viele haben diese Chance ergriffen. Die größte Frucht scheint die Arbeit aber bei der kommenden Generation zu tragen, die, die jetzt gerade 18 bis 20 ist. Die Selbstverständlichkeit, mit der einige von ihnen zu ihren Neigungen stehen, verschlägt einem manchmal schon die Sprache.
Es könnte wesentlich besser sein - nur gefallen sich noch zuviele Gruppen zu sehr als kleiner, elitä-rer Stammtisch, um sich aktiv um die Integration ihrer Mitgeneigten zu kümmern.

- Es gab eine Modewelle SM, aber sie ist schon seit etwa zwei oder drei Jahren wieder vorbei. Die neuen SM-Gruppen und -Parties beseitigen nur einen unnatürlichen Mangel, den uns die Her-ren Richard von Krafft-Ebing und Sigmund Freud beschert haben: Jede sexuelle Minderheit wird in einer freien Gesellschaft eine Infrastruktur für ihre eigenen Bedürfnisse aufbauen. Bis vor weni-gen Jahren war diese Gesellschaft aber alles andere als frei.
Die Vorstellung von SM als vorübergehende Modeerscheinung wird allerdings auch durch die Annahme der "Ersten Generation" am Leben gehalten, es gebe eine "Szene". Eine "Szene" ist eine vorübergehendes, räumlich und zeitlich begrenztes Gebilde, wie bei den Drogen- oder Diskosze-nen, die sich mal hier, mal da ausbilden. Was wir nach zehn Jahren haben, ist eine waschechte
Subkultur, die so komplex ist, daß sie in sich schon wieder Szenen ausbildet.
Vielleicht sollte man diese Entwicklung zum zehnjährigen Jubileum mit einem Begriffswechsel würdigen =8).

- Die juristische Situation ist für die Betroffenen selbst zwar nicht ideal, aber zufriedenstel-lend. SM ist in Deutschland legal, wie mindestens zwei Juristen uns bescheinigt haben. Wir könn-ten aus dieser im Westen seltenen Situation mehr machen: Mit wenigen Ausnahmen tut die hete-rosexuelle Subkultur noch so, als wären wir verboten. Hier können wir noch von den Schwulen lernen – niemand hindert uns daran, uns als Vereine eintragen zu lassen oder die Zusammenarbeit mit Pro Familia, Aidshilfen oder Forschergruppen zu suchen, mit den entsprechenden direkten und indirekten Vorteilen.
Die justische Situation für sadomasochistische Texte ist dagegen schlicht katastrophal Zum Teil liegt das daran, daß Deutschland im Vergleich zu den USA, den Niederlanden oder Skandinavien mit seiner landesweiten Indizierung und willkürlichen Unterstellung der "Jugendgefährdung" ein Paradis für zensurgeile Politker ist. Allerdings scheint das Volk von Dichtern und Denkern pro Sadomasochist auch einfach nicht so produktiv zu sein wie ihre Mitgeneigten in anderen Ländern. Auch hier nutzt die Subkultur die Freiheiten noch lange nicht aus, die sie bereits hat.

So - Ihr habt zwar nicht danach gefragt, aber ich hänge es trotzdem mal an:
Wie sich in den kommenden zehn Jahren die Subkultur entwickeln wird. Ich werde dabei mög-lichst konkret bleiben, dann haben wir 2008 wenigstens alle etwas zu lachen =8). Wenn die Geset-zeslage so bleibt, tippe ich auf folgende Entwicklung (rein zufällig sind es zehn Punkte):

- Die Zahl der Gruppen-Neugründungen wird irgendwann abnehmen, bis sich die Anzahl der Gruppen und Regionalgruppen bundesweit bei etwa 200 einpendelt.
- Die Gruppen selbst werden dagegen unvermindert weiterwachsen. Mindestens eine Gruppe wird ihr 1000. Mitglied begrüßen und damit "amerikanische" Dimensionen erreichen. Aussichts-reichster Kandidat ist SMart Rhein-Ruhr e.V., wegen seiner Lage im bevölkerungsreichsten Bun-desland und seiner gezielten Arbeit mit Neulingen.
- Das auffällige West-Ost und Nord-Süd Gefälle in Zahl und Entwicklungsstand der Gruppen bleibt bestehen: Der Osten der Republik ist zu dünn besiedelt und der Süden zu konservativ, um komplexe Strukturen aufkommen zu lassen. In den Ballungszentren Berlin und München wird man weiter zu zerstritten bleiben, um etwas Größeres auf die Beine zu stellen.
- Gruppen, die sich um eine gesellschaftliche Integration bemühen (e.V.s, Mitgliedschaft in Ver-bänden, etc) werden einen Einfluß auf die Sicht von SM bei öffentlichtlichen Stellen erhalten. Da-durch entsteht mehr Streit zwischen den Gruppen über die Darstellung der Subkultur nach außen. Mindestens eine Gruppe erhält die Gemeinnützigkeit und verzehnfacht damit über Nacht ihren Einfluß.
- Verschlossene oder schwer zugängliche Gruppen werden zunehmend stagnieren oder sich auflö-sen. Die Bedeutung von abgeschiedenen und unkommunikativen Gruppen wird weiter abneh-men.
- Das Internet wird zum wichtigsten Ort für Erstkontakt mit Neulingen und Neugierige. Durch die wesentlich leichtere Verfügbarkeit von Informationen über SM werden die Neulinge bereits mit einem besseren Hintergrundwissen zu Gruppen dazustoßen.
- Als Reaktion auf die weitere Öffnung der SM-Gruppen gegenüber der Gesellschaft werden sie stärker von sadophoben Kräften angegriffen. Die radikalfeministische Zeitschrift EMMA nennt zum ersten Mal eine SM-Gruppe beim Namen und ruft zum Kampf gegen sie auf.
- Nach dem überwältigenden Erfolg des SM-Handbuchs der Schlagzeilen werden mindestens drei weitere Handbücher von Deutschen für Deutsche auf den Markt kommen.
- In den heterosexuellen Gruppen nimmt der Frauenanteil weiterhin kontinuierlich zu. Es entsteht zum ersten Mal eine bundesweite lesbische SM-Subkultur, die jedoch innerlich zerstritten bleibt.
- Dominas und andere Professionelle kommen nicht umhin, sich mit der nichtkommerziellen Sub-kultur zu arragieren. Durch die Übernahme von Informationsschriften und Sicherheitshandbü-chern aus der Subkultur kommt es zu einer dramatlischen Verbesserungen der Si-cherheitheitsstandards in der Domina-Szene. Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen beiden Welten führt aber auch dazu, daß gegen die ersten nichtkommerziellen Gruppen mit der Vorwurf der Förderung der Prostitution vorgegangen wird.
Nicht vergessen - die meisten Leute überschätzen, was sie in einem Jahr leisten können und unter-schätzen, was sie in zehn Jahren erreichen können =8).

Wolf Deunan (Mitbegründer von Datenschlag und SCHLAGZEILEN Autor)

Dies ist ein Auszug aus dem Jubiläums-Teil der Ausgabe 44. Natürlich hat sich in den folgenden 10 Jahren auch so einiges getan, was man natürlich auch im Vorweg der SZ 100 nachlesen kann.

Matthias
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2. Mai 2012 » Immer nur SM ist doch langweilig
3. April 2012 » Zwischen Anspruch und Realität
5. März 2012 » Beratung! Beratung?
21. Februar 2012 » Was man immer wieder vergisst ...
4. Januar 2012 » Zwischen Seriosität und Spaß
2. Dezember 2011 » Wintersonnenwende, Weihnachtszeit, Jahresabschluss ...
2. November 2011 » Hauptsache Spaß?!
5. Oktober 2011 » Spielregeln
2. September 2011 » Online-Spielereien?
2. August 2011 » Vom Bücher machen
4. July 2011 » Wo ist die SM-Szene geblieben?
7. Juni 2011 » Seltsam oder normal?
3. Mai 2011 » Wider die Normalität?
4. April 2011 » Leerer Kopf
2. März 2011 » Worüber ich mir Gedanken mache ...
3. Februar 2011 » SM ist Privatsache oder?
4. Januar 2011 » Auf ein Neues!
2. Dezember 2010 » Ich hasse Kälte!
26. Oktober 2010 » Sex sells
24. September 2010 » Medien-Trara
24. August 2010 » Heavy Metal und SM
5. July 2010 » Respekt-Party-Sauna?
2. Juni 2010 » Lena, Fußball-WM und der Sadomasochismus
13. April 2010 » Wenn SM gefährlich wird ...
10. März 2010 » Seiten-Stress
8. Februar 2010 » Ellenbogen-Gesellschaft
13. Januar 2010 » Schnee-Vergnügen
9. Dezember 2009 » Traumgespinste
3. November 2009 » Wenn es mit dem richtigen SM schnell gehen muß …
8. September 2009 » Verletzlich aber nicht zerbrechlich
28. July 2009 » Böse Spiele
16. Juni 2009 » Vergnügliche Spiele
13. Mai 2009 » Wir freuen uns auf Euren Besuch
25. März 2009 » Krisenzeiten!?
2. März 2009 » Unüberlegt?
29. Januar 2009 » Der Traum vom Fliegen
10. Dezember 2008 » Statt einer Kolumne - damals 10 Jahre SZ
13. November 2008 » Jubiläum!!!
13. Oktober 2008 » Zensur und Datenspeicherung
4. September 2008 » Wie die Zeit vergeht …
1. August 2008 » CSD – was ist denn das?
26. Juni 2008 » Sommer-Pein
29. Mai 2008 » Messe-Chaos
29. April 2008 » Nach-Gedanken
20. März 2008 » Zwiespalt?
25. Februar 2008 » Schluss mit dem Getuschel
28. Januar 2008 » Lasst uns spielen!?
21. Dezember 2007 » Jahresabschluss
23. November 2007 » Kunst und/oder Pornografie?
25. Oktober 2007 » Der Traum vom Fliegen
20. September 2007 » Nicht alles Gold was glänzt
24. August 2007 » Aggressionen in der schwülen Luft
25. July 2007 » Paraden-Stolz
26. Juni 2007 » Tokyo im Juni
15. Mai 2007 » Die Rückeroberung des ersten Platzes
19. April 2007 » Die Zeit heilt alle Wunden?
16. März 2007 » Das Spiel mit der Macht
16. Februar 2007 » Kann man SM lernen?
17. Januar 2007 » Stürmische Zeiten
13. Dezember 2006 » Advent, Advent ...
15. November 2006 » St.Pauli-Tour - aktualisert 06 -2016
12. Oktober 2006 » Traumtänzer
14. September 2006 » Gruppen-Chaos?
18. August 2006 » Party Time
14. July 2006 » Spielregeln
16. Juni 2006 » Fußball-Sommer
19. Mai 2006 » Lesetag
13. April 2006 » Jubiläum - 10 Jahre SM-Handbuch
10. März 2006 » Verspätete Winterfreuden
14. Februar 2006 » Das Glück SM leben zu können
13. Januar 2006 » Winterzeit – Urlaubszeit
19. Dezember 2005 » SZ goes SZ
15. November 2005 » Kultur mit SM
18. Oktober 2005 » Herbstträume
19. September 2005 » Reisefieber
20. August 2005 » Verspätetes Sommervergnügen?
19. July 2005 » Neues aus Japan
5. Juni 2005 » Relaunch