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Intimität oder Vertrauen?

Als Fessler und halbwegs gut vernetzter Mensch höre ich ja immer mal wieder die unterschiedlichsten Erlebnisse, die meist Frauen passieren, die sich mit einem Fessler treffen wollen.

Da gibt es die, die sich nur innerhalb bestimmter Fesselstandards bewegen. Wenn dann ein potentielles Modell etwa ein Schulterproblem hat, versagen diese Standards und diese Modelle bekommen dann zu hören, dass man sie mit solchen Problemen nicht fesseln kann. Ähnliches habe ich auch von einer Bekannten gehört, die seit Geburt taub ist, aber inzwischen mit ihrem Cochlea-Implantat sehr gut hören kann. Und natürlich verschärft sich das Problem für manchen Fessler, wenn er ein seiner Meinung nach zu dickes Modell oder gar jemanden im Rollstuhl vor sich hat.

Andere Fessler haben sehr strenge Kriterien, nach denen sie vorgehen. Das kann ja manchmal recht hilfreich sein, wenn man sich eine Einverständniserklärung unterschreiben lässt oder Limits, No-Gos und Mögliches schriftlich fixiert.

Problematisch wird es nur, wenn ein Modell etwas anderes will. Wie in allen Bereichen, die zum weiten Feld des BDSM gehören, empfehle ich allen, sich bei neuen Bekanntschaften erstmal an einem öffentlichen neutralen Ort zu treffen. Fessler, die keine Zeit für diese Vorgespräche, das gegenseitige Beschnuppern und Kennenlernen haben, würden bei mir nie zum Zuge kommen.

Andererseits gibt es natürlich auch die Modelle, die mehr oder weniger blauäugig glauben, was ein Fessler erzählt. Zum einen fehlen ihnen die Kriterien, nach denen man gute von weniger guten oder schlechten unterscheiden kann. Da hilft nur vorher im Freundeskreis zu fragen, ob und welche Erfahrungen andere mit dem Fessler X gemacht haben.

Und natürlich ist es gut, wenn man sich vorher informiert.
Unter http://kinkyclover.com/downloads/rope_bottom_guide_german.pdf findet man einen ausführlichen Ratgeber für angehende Bondage-Modelle.

Denn nur ein informiertes Modell kann ein gutes Modell sein und eben kein willfähriges Opfer.
Und da sind wir dann endlich auch bei meiner Überschrift angekommen. Denn jetzt stellt sich die Frage, wie man dann nun zu einer gemeinsamen Annäherung kommt. Jemandes mehr oder weniger nackten Köprer zu berühren, ihn einzuschnüren und vielleicht auch hin zu hängen, hat etwas mit Intimität zu tun. Und natürlich auch mit Vertrauen. Denn bevor ich mich anfassen lasse, muss ich erstmal dem Gegenüber so weit vertrauen, dass ich das zulassen kann. Und dann erst kann Intimität entstehen in der Fessel-Session.

Aber weder Vertrauen noch Intimität sind Einbahnstraßen. Auch ich als Fessler muss einem Modell vertrauen können. Zum einen, das es mich auf dem Laufenden hält und Störungen in dem Moment mitteilt, in dem sie auftreten. Zum anderen, dass ich sicher sein kann, das es hinterher nicht irgendwelchen Unsinn über mich verbreitet. Und auch für mich als Fessler ist es etwas sehr Intimes, wenn ich eine mehr oder weniger fremde Person berühre.

Neben Vertrauen und Intimität, der Technik und dem sinnlichen und respektvollen Umgang damit sollte man natürlich eines nicht vergessen: Fesseln sollte beiden Spaß machen und spätestens hinterher beiden ein breites zufriedenes Grinsen ins Gesicht zaubern.
In diesem Sinne,

Matthias

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