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Kultur mit SM

Vor einigen Tagen war ich bei uns im Tanztheater. Es gab das „Messiah Game“, ein angeblich kontroverses Stück des Choreographen und Tänzers Felix Ruckert. Felix hat sich in unserer Szene nicht zuletzt mit den zwei Workshop-Wochenende „Explore04“ und „Explore05“ einen Namen gemacht. Leider konnte ich nur beim ersten Mal in Berlin dabei sein, denn das Konzept der „Explore“ bietet ein Wochenende mit den unterschiedlichsten Workshops zu allen möglichen sexuellen Themen. Von „Zen und Schmerz“ über „Tantra“ bis hin zu „Bondage“ und „Fisting“. Da Felix angeblich bei der ersten Explore Gelder aus seiner Senats-Förderung zur Finanzierung des Wochenendes „mißbraucht“ hatte, gab es einen Aufschrei im konservativen Blätterwald. Aber das hat Felix nicht davon abgehalten auch im letzten Sommer eine „Explore“ zu organisieren. Und für die „Explore06“ steht auch schon das Wochenende Ende Juli 2006 fest.
Jedenfalls war klar, dass der Tanzabend mit der „Cie Felix Ruckert“ sicherlich spannend werden würde.
Selten habe ich das körperliche Spiel um Macht und Unterwerfung, um Verführung und Hingabe so schön auf die Bühne gebracht erlebt. Angelehnt an Themen aus dem neuen Testament, dessen Leidenssymbolik sicher in den Augen manches Lesers eine gewisse SM-Nähe zu haben scheint, zeigten die 10 Tänzerinnen und Tänzer der Companie die beeindruckensten Bilder. Die Flag-Session (mit echter Peitsche) am Ende des Stückes, verführte mich zu dem Satz „das war weitaus erotischer als manche Hau-Situation, wie ich sie auf den letzten SM-Partys gesehen habe“. Nur schade, dass trotz Ankündigung über Schlagworte, kaum Leute aus der Szene den Weg ins Theater gefunden haben.
Sollte „Messiah Game“ wieder mal irgendwo in Deutschland gezeigt werden, Karte besorgen und reingehen!

Als ich vor kurzem durch den Bücherwald stöberte, stolperte ich über einen Krimi, dessen Kurzbeschreibung sich interessant anhörte. Ich bin ja ein alter Krimi-Fan und nutze die freie Zeit, die ich habe gerne dazu gemütlich im Bett oder im Wohnzimmer auf dem Sofa bei grünem Tee und irgendwelchem kalorienhaltigen Unsinn zu lesen. Beim augenblicklichen Wetter sicherlich eine gute Alternative zu Regenjacke und Schirm.
„Blutmond“ spielt in einem SM-Club (eine nähere Besprechung des Buches findet ihr in der nächsten Ausgabe der Schlagzeilen). Die Detektive dieses Romans bewegen sich mehr oder weniger souverän in der für sie ungewohnten Umgebung und es wurde deutlich, dass die Autoren vorher recht gründlich recherchiert hatten, damit sie zum Thema SM keinen Unsinn erzählen. Ich habe das Buch an einem Abend durchgelesen und war so angetan, dass ich mir vom Verlag die E-Mail Adressen der Autoren habe geben lassen.
Passend dazu: Am 2. Adventssonntag (4.12.05) findet eine Lesung des Buches unter dem Titel „Blutmond – Wilsberg trifft Pia Petry“ im Erotic Art Museum in Hamburg statt. Beginn ist 20.00 Uhr und der Eintritt beträgt 8,00 €.
Vielleicht sieht man sich ja dort, denn ich werde hingehen.
Euch jedenfalls jederzeit ein gutes Buch auf dem Nachtschrank und bis in vier Wochen,

Matthias