Party Time
Nach diesem heißen Sommer sind jetzt noch die Temperaturen recht milde, aber der graue Himmel verheißt schon den bald beginnenden Herbst. Doch auch wenn man bald sein Badezeug einpacken kann und sich Gedanken um guten Lesestoff für die länger werdenden Abende machen sollte, bietet der Herbst auch eine ganze Reihe großer und kleiner SM- und Fetischpartys in ganz Deutschland. Ob nun in Hamburg die Respekt und eine Woche später die Obsession und dann noch die Extravaganza in ihrer ursprünglichen alten Location, dem Docks (das jetzt teilweise renoviert den neuen Namen D-Club trägt) oder die Fetish Evolution in Essen oder die Veranstaltungen die Xklusiv Events, Eroluna und Fetish Fantasies anbietet, irgendwo ist immer was los und wer Lust hat, kann sein kleines Equipment-Köfferchen schon mal gepackt lassen für das folgende Wochenende.Vor 15 Jahren sah das ja alles noch ganz anders aus. Da sah man sich fast gezwungen zum Reise-Sadomasochisten zu werden, denn die paar Partys, die es in Deutschland gab, wollte man nach Möglichkeit nicht verpassen. Die Szene war recht überschaubar und so sah man überall wieder die gleichen Gesichter, wie bei einem Familien-Treffen. Das hatte seine Vorteile und den Reiz immer Leute zu haben, mit denen man reden oder gar spielen konnte. Heute ist das schon sehr anders. Seit es jedes Jahr Hunderte von SM-Partys in Deutschland gibt und auch die Szene eine deutlich breitere Basis bekommen hat, ist die Chance jemand Bekanntes zu treffen, mit dem einen mehr verbindet als nur das wiedererkennende Grüßen, deutlich gesunken. Dies umsomehr, wenn die Party eine dieser Mega-Events ist, bei denen Tausend und mehr Gäste zusammen feiern.
Dazu kommt natürlich noch, daß gerade die großen Partys nur dewegen so voll werden, weil sie eine Mischung von Fetisch-People und SM-Szene sind.
Eine alte Binsenweisheit besagt, daß man auf einer kleinen Party mit 30 bis 50 Gästen sehr viel leichter miteinander ins Gespräch kommt, denn durch die Überschaubarkeit wird die Anonymität der Masse aufgehoben. Ob das wirklich zutrifft, kann ich nicht beurteilen, dennoch fühle ich mich wohler auf Veranstaltungen, wie der Respekt Party, denn bei etwa 150 Gästen ist zumindest eine kleine Überschaubarkeit möglich.
Ein weiterer Trend, der das Kennenlernen von Leuten auf Groß-Partys erschwert, ist eine Entwicklung hin zu mehr Cliquen, die gemeinsam als geschlossene Gruppe dort anzutreffen sind. Natürlich hat es auch vorher schon Gruppen gegeben, die sich gegen Anmache nach außen abschotten, aber bei diesen Großveranstaltungen ist es meiner Ansicht nach, sehr viel deutlicher.
Daher halte ich es für schlau, daß man bevor man sich alleine auf so einer Party auf die Pirsch begibt, wenn man vorher schon Kontakte in einer der Gruppen hatte und man dann mit den Leuten eben dieser Gruppe zusammen loszieht. Pirschen gehen kann man dann ja immer noch und wenn man dann müde (und vielleicht enttäuscht) abzieht, hat man wenigstens Leute, mit denen man darüber reden kann.
In diesem Sinne Euch allen einen spannenden Party-Herbst,
Matthias


