St.Pauli-Tour
Ich bin ja immer wieder verblüfft, wie viele Leute meine Kolumne lesen (kann es an den Logfiles erkennen). Auch wenn es bisher nur wenig Rückmeldungen gab, so bringt es mir doch jedes Mal Spaß etwas Neues – nein nicht zu Papier, sondern auf die Website – zu bringen.Diesmal möchte ich euch zu einem Bummel durch mein St. Pauli einladen.
Wer schlau ist, war vorher am Hafen spazieren und hat die Landungsbrücken unsicher gemacht. Und dann geht man bis zur Brücke 10, betritt diese und wandert dann geradeaus die Treppe hoch.
Man steht jetzt am Anfang der Davidstraße, wo die Mädels ihrem schweren Gewerbe bei Wind und Wetter nachgehen und wo es neben dem Italiener Cuneo (Reservierung empfohlen) auch noch einen kleinen Griechen gibt, der gute Hausmannskost anbietet. Aber vorher biegen wir in die Erichstraße, denn dort gibt es den SM-Club Touch und den Club de Sade . Am anderen Ende der Erichstraße findet man seine Mitbringsel von der Hamburgreise in Harrys Hafen Bazar. Die Querstraße dort heißt Balduinstraße, wenn man links hochschaut, sieht man die renovierten Hafenstraßen-Häuser und rechts geht es zur Reeperbahn.
Dort biegt man nach rechts ab und kommt dann am Schuhhaus Messmer vorbei, wenn es denn etwas besonders Hohes oder Ausgefallenenes an Schuhwerk sein soll. Weiter geht’s zur Davidwache (nur die Touristen sagen „Davidswache“), dem wohl bekanntesten Polizeirevier Hamburgs. Es folgen eine Menge Theater und Restaurants. Demjenigen, den es nach leckeren Dim-Sums und anderen Köstlichkeiten der chinesischen Küche gelüstet sei das Man-Wah empfohlen. Sollte es ein erster Freitag im ungeraden Monat sein, findet die Respekt-Party statt: Ab 22 Uhr beim Chinesen rechts abbiegen und an der nächsten Ecke (Kastanienallee) nochmal rechts und dann steht man vor der Tür der Prinzenbar. Alternativ kann man sich natürlich auch dies und das an der Esso-Tanke holen.
Zurück zur Reeperbahn, die hier verwirrenderweise Spielbudenplatz heißt, aber das liegt ja nahe, denn man geht ja eindeutig an einer gossen Freifläche mit zwei fahrbaren Bühnen vorbei. St.Pauli und Westernfans können sich jetzt bei Paul Hundermark eindecken, wer nicht mag, kann ja stattdessen das Wachsfigurenkabinett, was in Hamburg Panoptikum heißt, besuchen.
Vor dem Operettenhaus, in dem man natürlich das Musical der Saison gibt, geht man auf die andere Straßenseite der Reeperbahn. Wer dort nach rechts abbiegt, kommt schnell zum drei mal jährlich stattfindenden Hamburger Volksfest „Dom“ und nicht ganz so schnell zum Café SittsaM (Stadtplan befragen). Alternativ kann man natürlich auch in den zum Park umgebauten Wallanlagen spazieren gehen.
Aber unser St.Pauli-Rundgang geht nach links weiter. Neben diversen Sexshops findet man auf dieser Straßenseite alles was das SM-Herz begehrt: In der Erotica Boutique Bizarre das größte Angebot, fast präsentiert wie in einem Kaufhaus und auf zwei Etagen. Bei Fashion & Tools eher in gemütlichem Ambiente und ein ganzes Stück weiter geradeaus in der Darkside Boutique großzügig im ersten Stock. Natürlich hätte man jetzt auch an der Hamburger Sparkasse rechts abbiegen und dem Charon-Verlag einen Besuch abstatten können.
Schräg gegenüber der Darkside befindet sich noch ein weiterer Schuhladen - Blicker - und einige Läden in denen man die hübschesten Fummel kaufen kann.
Wenn man auf der Darkside Seite weitergeht, kommt man erst an der Großen Freiheit vorbei, in dem es eine ganz normale Disco in einem ehemaligen SM-Club gibt und dann steht man vor einer großen Kreuzung. Wenn man die überquert und rechts die kleine Straße Nobistor betritt, findet man Hamburgs neueste SM-Location, die UnSchlagBar.
Tja und jetzt tun euch bestimmt die Füße weh, aber in der Bar könnt ihr euch ja erholen.
In diesem Sinne,
Matthias


