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Jahresabschluss

Nun ist es fast vorbei, das Jahr 2007. Die Weihnachtsfeiertage drohen oder locken, je nach familiärer Befindlichkeit. Manch einer, der mit seiner Familie feiern muß, freut sich schon, wenn er endlich die neuen Spielsachen ausprobieren kann.
Natürlich gibt es auch Leute, die alleine zuhause sitzen und die glücklich sind, im Netz jemanden zu treffen, mit dem sie chatten oder mailen können. Weihnachtsverächter wie sie selbst.
Ich jedenfalls werde die Feiertage mit hochgelegten Beinen zusammen mit Andrea verbringen und mich erholen. Die Familie muß eben auf mich verzichten.
Diesmal ist es ja alles sehr günstig: Zweieinhalb Brückentage genommen, ergeben elf Tage frei. Klar wird es auch ein bisschen SM geben, vielleicht sogar etwas Bondage, aber ganz sicher wird es viel Gemütlichkeit, Zärtlichkeit und Entspannung geben. Und natürlich gutes Essen bis hin zu den Berlinern (gefüllte Krapfen) an Silvester.
Nein, die SM-Partys zu Heiligabend, Weihnachten oder Silvester müssen ohne mich auskommen, wobei als Hamburger hatte man es ja dieses Jahr schwer mit der Auswahl. Gleich fünf Veranstalter rocken Silvester: Catonium, Sittsam, Touch und Fetish Fantasies haben noch Karten. Die Party in der UnSchlagbar ist schon ausverkauft.
Dafür gibt’s kurz nach Silvester im achtzehnten Jahr die „Respekt“ (ehemals „Les Fleur du Mal“) in der Prinzenbar. Da werde ich sein und sicher auch ein bisschen Aktion machen.
Doch mal abgesehen von Feiern, was hat das fast schon alte Jahr eigentlich gebracht?
Die Bundesvereinigung Sadomasochismus (als Interessenverband der deutschen Sadomasochisten) ist beim Bundestag als Lobby-Gruppe akkreditiert, die CSDs waren mal wieder ein voller Erfolg, die Partylandschaft boomt, es gibt mehr feste Locations, in denen man sich fast täglich treffen kann. Die Sklavenzentrale hat fast Zehntausend Profile. In mehr als 110 Städten Deutschlands gibt es Stammtische, Arbeitskreise, BDSM-Gruppen und endlich ist auch der Osten Deutschlands deutlich mehr vertreten.
Leider sind die Tendenzen einer Zersplitterung der verschiedenen Fraktionen unter dem Schirm BDSM nicht weniger geworden. Hier die Bondage-Leute, die mit SM nichts am Hut haben. Dort die Spanking-Fraktion, die sich nicht zu SM rechnet. Und natürlich die D/sler, die sowieso ganz anders sind. Abgesehen von den Fetish-People, die sich lieber ihrer eigegen Events basteln.
Nun, für 2008 wünschen wir (die Redaktion der Schlagzeilen) uns natürlich, dass wieder zusammenfindet, was früher einmal zusammengehörte.
Weniger Gegeneinander und mehr Miteinander.
Und 2008? Da gibt’s das bundesweite Rauchverbot, was wohl die meisten Partys rauchfrei machen wird – zur Freude der Nichtraucher und zum Ärger der Raucher. Das Thema Vorratsdatenspeicherung ist nicht vom Tisch. Natürlich betrifft es auch uns, wo wir doch so viel Wert auf Diskretion legen.
Nicht nur deswegen werden wir bei der Kampagne gegen dieses neue Gesetz mitmachen.
Und natürlich werden wir auch 2008 unserem Motto treu bleiben:
Aus der SM-Szene für die SM-Szene.
Matthias