Bericht "Konsensueller Sadomasochismus. Eine empirische Prüfung von Bindungsstil und Sozialisationseinfluss" veröffentlicht
[SWL] Im Rahmen der "Hamburger Forschungsberichte zur Sozialpsychologie" (HAFOS) Fachbereich Psychologie - Arbeitsbereich Sozialpsychologie Ausgabe 76/2007 wurde der Forschungsbericht
"Konsensueller Sadomasochismus. Eine empirische Prüfung von Bindungsstil und Sozialisationseinfluss"
veröffentlicht. Als Autoren werden Erich H. Witte, Bettina Poser und Charlotte Strohmeier genannt. Nachstehend eine Kurzfassung (Quelle: s.u.)
"Sadomasochismus ist laut vorherrschender, meist psychoanalytisch orientierter Theorien, eine Störung, die sich ätiologisch auf strafende, wenig einfühlsame Eltern oder kindliche Traumata zurückführen lässt und mit mangelnder Bindungsfähigkeit im Erwachsenenalter einhergeht. Die Theorien haben jedoch den Schwachpunkt, fast ausschließlich auf klinischen Stichproben zu beruhen. Da Psychotherapiepatienten im Allgemeinen eine schlechtere Bindung zum Partner haben und seltener eine positive Erziehungspraxis ihrer Eltern schildern, soll die vorliegende Studie die Aussagekraft psychoanalytischer Modelle für die Mehrheit der klinisch unauffälligen, konsensuell in einer Paarbeziehung praktizierenden Sadomasochisten überprüfen. Dabei wurden bei einer nicht-klinischen Stichprobe von
Sadomasochisten und einer Kontrollstichprobe zum einen die Merkmale "elterlicher Erziehungsstil", "traumatische Erfahrungen", "Bindungsstil" und "Beziehungszufriedenheit", zum anderen als alternativer Erklärungsansatz das "Reizsucheverhalten" ("Sensation Seeking") auf Unterschiede getestet. Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass sich klinisch unauffällige, konsensuelle Sadomasochisten von Nicht-Sadomasochisten in den theoretisch hergeleiteten Bereichen nicht unterscheiden. Geringe Unterschiede konnten im Bereich des "Sensation Seeking" gefunden werden."
Der Volltext dieses Berichts ist seit 12.12. 2008 als PDF-Dokument (zweisprachig dt/engl.) im Web via der PsyDok-Website abrufbar.
Autor: Werner




