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Frau Schümers Zerstörung

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Frau Schümers Zerstörung
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Frau Schümers Zerstörung
Der Roman erzählt die Geschichte einer Laborleiterin, die eines Abends die derbe Bekanntschaft einer Rockergruppe macht – ein Erlebnis, das sie zutiefst aufrüttelt, weckt es doch Neigungen, die sich die kühle, beherrschte Wissenschaftlerin um keinen Preis eingestehen möchte... Zwar sucht sie in den folgenden Wochen immer wieder aufs Neue die Gesellschaft ihrer Peiniger – doch nur, wie sie sich selbst sagt, um später einmal, wenn sie endlich Anzeige erstatten wird, mit einer möglichst detaillierten Täterbeschreibung dienen zu können. Derweil hat Rockerlady Lilly, der heimliche Kopf der Bande, längst mit feinem Spürsinn erkannt, wie man sich die beflissene Besucherin gewogen halten kann... All diese Wirrungen bleiben natürlich nicht ohne negative Folgen für Frau Schümers Forschungsarbeit – um so mehr, als sie auch an ihrer Assistentin Bettina plötzlich Züge entdeckt, die sie auf höchst beunruhigende Weise an ihre heimlichen Streifzüge erinnern. So kommt es, daß nach und nach das Weltbild der Laborleiterin ins Wanken kommt, daß sie sich immer mehr in die lustvolle Selbstaufgabe verliert, immer gewagtere Formen der bedingungslosen Hingabe sucht und schließlich, bar jeder Reputation und jedes gesellschaftlichen Ansehens, eine zutiefst berauschende Form des Lebensglücks erfährt...

Autor/Interpret: Britta Herz

Neuauflage, Hardcover, 248 S., 1997/2007, Illustrationen von Caryad

Leseprobe:

An einem regnerischen Septembertag, einem Dienstag um 15.30 h., machte sich die Laborleiterin erneut auf den Weg zu der Reithalle. (Zu anfangs hatte Frau S. die Rocker stets am Wochenende aufgesucht. Dann war sie das erste Mal wochentags losgezogen, nach Feierabend, und hatte die alte Reithalle verlassen vorgefunden. Um eine Erfahrung reicher, beschloß sie, ihre Besuche fortan auf den späten Nachmittag zu verlegen - auch wenn sie deshalb ihren Arbeitsplatz früher verlassen mußte als gewöhnlich.)
Als Frau S. die entlegene Halle erreicht hatte, beglückwünschte sie sich insgeheim zu der Souveränität, mit der sie auf Zehn-Zentimeter-Absätzen den glitschigen Feldweg gemeistert hatte: Grazil war sie um Lehmpfuhle herumgetippelt, den beigen Trenchcoat fest um die Taille gegürtet, war über den schmalen Kiesgrat entlang der überschwemmten Wiese balanciert und schließlich majestätisch über den knirschenden Sandplatz vor der Kuhweide geschritten. Da machte es ihr wenig aus, bis auf die Haut durchnäßt zu sein ...
Die triefenden schwarzen Strähnen klebten auf der Kopfhaut, die spärlichen Reste des Make-ups waren zu einer Maske verschwommen, das nasse Marmorgesicht von dick getuschten Wimpern und einem lackrot verschmierten Mund beherrscht. Unzählige Lehmsprenkel prangten auf dem eierschalfarbenen Mantel - und doch, so stellte die Wissenschaflerin zufrieden fest, hatte der Regen ihm gutgetan: Beinahe zärtlich ummantelte der nasse Stoff die Brüste, die Nippel stachen frech empor. (Längst hatte Frau S. einsehen müssen, daß andere Kleidungsstücke als Mantel, Strümpfe und Hebe bei ihren Besuchen nichts mehr als lästig war.)

Es war ihr zur festen Gewohnheit geworden, den Mantel gleich nach Eintreten abzustreifen, und ebenso hatte sie sich an die erwartungsvolle Stille gewöhnt, die in diesem Augenblick herrschte. Gleich würde sie wieder mit bebenden Brüsten vor die anderen hintreten, man würde ihr befehlen, ihren Körper zu liebkosen oder ihn zu quälen, man würde sie peinigen und sich ihrer bedienen... Ein warmer Schauer rann ihren Rücken hinunter, als sie in die moderige Luft der Halle trat, ihr Herz tat einen Sprung, als sie die anderen dort hinten vor dem Stapel löchriger Matrazen stehen sah.
»Piiet!« kreischte ein flachsblondes Mädchen, das auf dem Stapel alter Paletten saß, kippte hinten über und fing wie wild zu gackeln an. Schon stürzte sich die ganze Meute auf sie, hin und wieder hörte man die Kleine japsen und in Stößen um Gnade flehen. Frau S. glaubte ihren Augen nicht zu trauen: Da lag das junge Ding, trug jetzt nur noch Lederjacke und Frotteeslip und strampelte verzweifelt mit den speckigen Beinchen.
Offensichtlich hatte man ihr Kommen nicht bemerkt. Ihr Stöckelschuh trat mit lautem Knirschen auf eine Blechdose, und prompt hoben die Rocker erstaunt die Köpfe. »Ey, die geile Zippe!« rief einer begeistert, »Whow, das sind erst mal Möpse!«, der zweite und ließ das Mädchen los, um sich die Stirn zu wischen. »Nix da, heut bin ich erster!« brüllte ein feister Backenbartträger, stieß die Kleine von sich weg und knurrte ihr zu: »Los, zieh dich an, du Schlampe!«
»Heh, ihr da!« Ein wenig abseits hockte Lilly auf einem Autoreifen, eine Dose Bier in der Hand. Beim Anblick der großgewachsenen Blondine zuckte Frau S. zusammen, empfand sie doch Erleichterung und Respekt zur gleichen Zeit. Das Bündel Stoff glitt neben ihren nackten Füßen zu Boden, und sie sog die Luft ein wie ein witterndes Tier. »Das mit der Kleinen wird zu Ende gemacht, Leute! Keine Faxen - Pitt, halt dich ran!« befahlt sie den Männern, die bereits einige Schritte auf die nackte Frau S. zu gerückt waren.
Ein schmächtiger Blonder löste sich murrend aus der Gruppe, ging zurück zu dem Mädchen, das umschlungenen Knien auf den Paletten hockte, stieß sie nach hinten und drang in sie ein.
Frau S. schluckte.
Eine feine Gänsehaut zog über die puderduftenden Oberarme, an den sauber rasierten Schenkeln hoch, und die kirschroten Lippen begannen zu zittern. Einer der Rocker hielt dem Mädchen den Mund zu, ein anderer zog den weißen Slip herunter, so daß Frau S. für den Bruchteil einer Sekunde ein üppiges blondes Fellchen sehen konnte. Betroffen starrte sie auf ihre eigene Scham: nichts als milchweiße Haut und rosiges Fleisch, das einen Duft nach Walnüssen und rohem Teig verströmte ...
Das war mehr als unfair, das war gemein! Auf der Stelle würde sie sich ankleiden und nach Hause gehen!
Doch während sie den Mantel zu einem tropfenden Bündel zusammendrückte, fiel ihr Blick auf Lilly. Frau S. atmete scharf ein, zögerte kurz und trat mit pochendem Herzen näher. Doch Lilly schaute geradewegs durch sie hindurch, nahm einen Schluck Bier und gähnte, was die arme Frau S. so sehr irritierte, daß sie wie angewurzelt stehenblieb und langsam errötete ...
»Da sitz!« rief Lilly ihr zu und wies neben sich auf den Boden, wo sich unter einem herabhängenden Dackbalken eine große Pfütze gebildet hatte.
Ohne den Anflug eines Zögerns traten die zarten Füßchen mitten in die dunkelgrüne Lache. Frau S. hockte sich nieder, stützte die Hände auf, ließ sich in Zeitlupentempo auf die Seite fallen und saß zu guter Letzt mit beiden Pobacken im kalten Naß.
Beim nächsten Schluck Bier streckte ihr Lilly die Hand hin. Die Laborleiterin musterte mit schiefgelegtem Kopf die schlanken, honigbraunen Finger, die korallenroten Ovale der Nägel und das feine blaue Netz, das die Knöchel überspannte, beugte sich vor und begann, behutsam den Handrücken zu schlecken.
Der Mann, den sie Pitt nannten, begann nun laut vernehmlich zu stöhnen. Frau Schümer blinzelte zu dem Palettenstapel hin, sah, wie er mit animalischer Kraft in die Kleine stieß, hörte die hohen, spitzen Schreie ihrer Lust, und während sie mechanisch weiterleckte, spürte sie eine merkwürdig lähmende Lustlosigkeit in sich aufkeimen, die ihr Angst machte und derer sie dennoch nicht Herr werden konnte. Ohne es zu wollen, sann sie über eine Möglichkeit nach, aufzustehen, dieser unschönen Szenerie ein Ende zu bereiten, ohne damit Lillys Zorn zu erregen, und hörte im gleichen Augenblick eine samtweicher Stimme raunen: »Bist eine Feine ... So ein braves Lecktierchen.«
Diese Worte lösten eine Welle der Rührung, der tiefsten, unerkärlichsten Erschütterung aus. Die Laborleiterin schluchtzte auf, so wunderbar weh war ihr zumute, und begann leise zu zittern. Es schien ihr, als habe sie sich schon lange Zeit, ohne sich dessen bewußt zu sein, nach diesen Sätzen gesehnt, und nun, da sie gefallen waren, kam sich Frau Schümer plötzlich sonderbar wund und auf eine beglückende Weise verletzlich vor.

Derweil schien Pitt ganze Arbeit geleistet zu haben, die Gruppe ließ das Mädchen nackt liegen und schlenderte, die Hände in den Hosentaschen, zu den beiden Frauen hin. Man zündete sich Zigaretten an und wohnte dem Schauspiel mit wachsender Ungeduld bei.
Die gehässige Lilly konnte es sich nicht verkneifen, den andern die Zunge herauszustrecken und gab sich erneut mit glücklichem Seufzen dem Schlecken hin.
Nach einer sechs Minuten und fünfundzwanzig Sekunden (wenn man Paules Armbanduhr glauben mag) zog sie die Hand zurück, um nach Rocker »Jabman« zu winken, und Frau S. riß überrascht die Augen auf. Leise schnaufend werkelte der stiernackige Jabman vor sich hin, kam näher und stellte mit lautem Platschen ein Gefäß in der Pfütze ab.
Umringt von Westernstiefeln und Turnschuhen beugte sich Frau S. über einen Blechnapf und runzelte die Stirn: Große grünbraune Brocken mit einem hellroten, übelriechenden Kleister vermengt - was mochte das bloß sein?
»Nur vom Besten, Pal/Pansen«, wurde sie von Lilly belehrt, »und damit′s nicht so trocken kommt, hab′n wir noch′n bißchen Schweinsblut reingetan.«
Nach kurzer Überlegung entschied Frau S., das mit dem Blut sei gewißlich gelogen; und doch fühlte sie ihre Zunge immer dicker und pelziger werden.
»Hör zu. Du wirst hier nach Strich und Faden verwöhnt, ne«, fuhr Lilly, »aber dafür...« - sie versetzte dem Napf einen Tritt, daß er hochhüpfte und schleimige Spritzer Marions Wange trafen - »wirst du was schaffen müssen, ist ja klar. Hör zu: Kein Maul voll kriegst du von dem Zeug, bevor du versprichst, daß du schön artig bist.«

Frau Schümers Zerstörung
Frau Schümer-BC