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Sie betrachten in der aktuellen Artikelgruppe die Seite 132/256 Die 120 Tage von Sodom

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Produkt-Details zu: Die 120 Tage von SodomEin Klassiker, der eher am Rande auch für SM-Inszenierungen eine Bedeutung hat.
Autor/Interpret: Marquis de Sade
Hardcover, 480 Seiten
Vier reiche Franzosen leben ihren Traum vom absoluten Sadismus aus. In einem Schloss halten sie Jungen und Mädchen gefangen, es herrscht eine bizarre Hausordnung, deren Höhepunkt die Samstagsorgie inklusive Bestrafungsritual ist.
Die Gewalt eskaliert immer mehr, nur die wenigsten überleben diese „120 Tage von Sodom“.
Beim Lesen des Buches kann man an sich selber beobachten, wie der von de Sade gewünschte Effekt der Abstumpfung eintritt. Zuerst ist man neugierig, die Szenen sind teilweise auch sexuell anregend, dann ist man irgendwann gelangweilt (denn die Gewalt wird immer wieder detailliert beschrieben) und zum Schluss liest man sogar die abscheulichsten Szenen mit Gleichgültigkeit.
Dort werden Kinder, Jugendliche und mit Vorliebe auch schwangere Frauen aufs Grausamste gefoltert, zum Beispiel, indem sie gepfählt werden, bei lebendigem Leib gekocht oder sie werden aneinander gekettet und verhungern – es sei denn, sie essen sich gegenseitig auf.
Dies nur so als kurzen Endruck, damit ihr merkt, um welche Art Sadismus es sich bei de Sade handelt. Ich denke, so kann jeder selber entscheiden, ob er das Buch lesen möchte.
Auch hier natürlich der Hinweis auf den Background de Sades:
Ah, der Marquis de Sade, Namensgeber der Sadisten. Hat mich gefreut, mal wieder was von ihm zu lesen, ist schon eine Weile her, dass ich den in der Hand hatte. Natürlich ist es hier nicht damit getan, den Inhalt kurz wiederzugeben und dann zu sagen, ob es geil ist (oder nicht).
Donatien-Alphonse-François, Marquis de Sade (geboren 1740 in Paris, gestorben 1814) ist (nicht nur) unter SM-Menschen umstritten. Zwar wurde die eine Seite unserer Neigung nach ihm benannt, gemeint war damit allerdings der Sadismus im pathologischen, also krankhaften Sinn, der seinen Genuss aus dem Leiden des Opfers zieht, ohne unsere heutigen Errungenschaften der Einvernehmlichkeit und des Beachtens von Grenzen aufgrund des gesunden Menschenverstandes.
Obwohl einige Menschen seine Schriften trotz (oder wegen?) ihrer Grausamkeiten erotisch anregend finden, sollte man nicht vergessen, dass der Marquis diese Schriften nicht zur Stimulation geschrieben hat, sondern um seine politischen Positionen zu vertreten, als deren wichtigste hier die völlige Ablehnung jeglicher moralischer Schranken der Menschheit genannt werden soll. Er war Atheist, Anhänger des Determinismus und befürwortete eine Abwendung von in seinen Augen überholten christlich-religiös fundierten Traditionen. Er bezog sich unter anderem auf die griechische Stoa, deren Ziel eine Abstumpfung der Sinne gegen menschliche Regungen wie Mitleid oder Dankbarkeit sein sollte. Er wurde erst posthum bekannt und ist bis heute Thema vieler philosophischer Auseinandersetzungen bezüglich der Begründbarkeit von Moral. Guillaume Apollinaire nannte ihn "den freiesten Geist, der bisher existierte".
Na ja, mit SSC hatte es der gute de Sade also nicht ... Nachvollziehbar ist beim Lesen seiner Werke der Gedanke der Abstumpfung: Seitenlang werden Quälereien, Vergewaltigungen und Morde beschrieben. Wer anfänglich noch schockiert war, reagiert zusehends emotionsloser, später vielleicht sogar gelangweilt.
Zilly
Die Gewalt eskaliert immer mehr, nur die wenigsten überleben diese „120 Tage von Sodom“.
Beim Lesen des Buches kann man an sich selber beobachten, wie der von de Sade gewünschte Effekt der Abstumpfung eintritt. Zuerst ist man neugierig, die Szenen sind teilweise auch sexuell anregend, dann ist man irgendwann gelangweilt (denn die Gewalt wird immer wieder detailliert beschrieben) und zum Schluss liest man sogar die abscheulichsten Szenen mit Gleichgültigkeit.
Dort werden Kinder, Jugendliche und mit Vorliebe auch schwangere Frauen aufs Grausamste gefoltert, zum Beispiel, indem sie gepfählt werden, bei lebendigem Leib gekocht oder sie werden aneinander gekettet und verhungern – es sei denn, sie essen sich gegenseitig auf.
Dies nur so als kurzen Endruck, damit ihr merkt, um welche Art Sadismus es sich bei de Sade handelt. Ich denke, so kann jeder selber entscheiden, ob er das Buch lesen möchte.
Auch hier natürlich der Hinweis auf den Background de Sades:
Ah, der Marquis de Sade, Namensgeber der Sadisten. Hat mich gefreut, mal wieder was von ihm zu lesen, ist schon eine Weile her, dass ich den in der Hand hatte. Natürlich ist es hier nicht damit getan, den Inhalt kurz wiederzugeben und dann zu sagen, ob es geil ist (oder nicht).
Donatien-Alphonse-François, Marquis de Sade (geboren 1740 in Paris, gestorben 1814) ist (nicht nur) unter SM-Menschen umstritten. Zwar wurde die eine Seite unserer Neigung nach ihm benannt, gemeint war damit allerdings der Sadismus im pathologischen, also krankhaften Sinn, der seinen Genuss aus dem Leiden des Opfers zieht, ohne unsere heutigen Errungenschaften der Einvernehmlichkeit und des Beachtens von Grenzen aufgrund des gesunden Menschenverstandes.
Obwohl einige Menschen seine Schriften trotz (oder wegen?) ihrer Grausamkeiten erotisch anregend finden, sollte man nicht vergessen, dass der Marquis diese Schriften nicht zur Stimulation geschrieben hat, sondern um seine politischen Positionen zu vertreten, als deren wichtigste hier die völlige Ablehnung jeglicher moralischer Schranken der Menschheit genannt werden soll. Er war Atheist, Anhänger des Determinismus und befürwortete eine Abwendung von in seinen Augen überholten christlich-religiös fundierten Traditionen. Er bezog sich unter anderem auf die griechische Stoa, deren Ziel eine Abstumpfung der Sinne gegen menschliche Regungen wie Mitleid oder Dankbarkeit sein sollte. Er wurde erst posthum bekannt und ist bis heute Thema vieler philosophischer Auseinandersetzungen bezüglich der Begründbarkeit von Moral. Guillaume Apollinaire nannte ihn "den freiesten Geist, der bisher existierte".
Na ja, mit SSC hatte es der gute de Sade also nicht ... Nachvollziehbar ist beim Lesen seiner Werke der Gedanke der Abstumpfung: Seitenlang werden Quälereien, Vergewaltigungen und Morde beschrieben. Wer anfänglich noch schockiert war, reagiert zusehends emotionsloser, später vielleicht sogar gelangweilt.
Zilly






