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Produkt-Details zu: Schillerndes DunkelEinblicke in die Welt der Gotiks
Autor/Interpret: Alexander Nym (Hrsg.)
Hardcover, 400 Seiten, teilweise in Farbe, 600 Abbildungen
Rechtzeitig zum WGT haben die Damen und Mannen des Leipziger Ploettner Verlages rund um den Herausgeber Alexander Nym ein wirklich dickes Buch fertiggestellt: "Schillerndes Dunkel". Das Buch ist ein Werk über die Schwarze Szene (auch Grufties oder Gothics genannt) und es kommt aus der Szene, zumindest aus einem Teil derselben. Zahlreiche Autoren, Musiker, bildende und fotografierende Künstler, DJs und Wissenschaftler haben zahlreiche Beiträge geschrieben, etwa über die verschiedenen musikalischen Stile, über historische Entwicklungen, die Einflüsse von Okkultismus und Politik aber auch, wie man „damals“ so Gruftie wurde.
Eröffnet wird der Reigen von dem vielleicht eindrucksvollsten Dokument: Genesis Breyer P-Orridge schildert seine Beziehung zu Ian Curtis. Beide sind ja nun mal Ziehväter ganzer Heerscharen von inzwischen alten aber auch nachwachsenden Grufties, direkt oder indirekt. Generell versucht das Buch, nicht zwischen den verschiedenen Stilen zu werten, sondern viel mehr zu dokumentieren. Dies ist eine schwierige Aufgabe für den Herausgeber und Medienwissenschaftler Alexander Nym gewesen, denn die einzelnen Autoren der Beiträge sind sehr wohl oft von ihren eigenen Standpunkten eingenommen, und das eine oder andere mal liest man das berühmte "Früher war alles besser". Viele der Beiträge sind erfrischend geschrieben, nur selten begegnet man allzu komplizierten Kontrakten aus der Wissenschaft, und das obwohl einige der Texte von Medien- und anderen Wissenschaftlern geschrieben wurden und daher reichhaltig mit Fußnoten und Verweisen ergänzt sind.
Aber auch aus der Szene geborene Kunst und Literatur sollte nicht zu kurz kommen, sind sie dann aber doch; die schiere Fülle der Beiträge drohte den Rahmen des Buches zu sprengen. So mussten diese Bereiche leider stark reduziert werden, wie auch die Betrachtungen über die Szene im Ausland leider draußen bleiben mussten. Das macht aber Hoffnung auf eine Fortsetzung; einiges Material ist bereits vorhanden, so Herausgeber Nym. Trotzdem werden ein paar wenige Künstler vorgestellt, alle aus der Szene versteht sich: So gibt es Fotostrecken u. a. von dem recht bekannten Leipziger Fotografen Gerd Lehmann und Malerei von dem ebenfalls nicht unbekannten Nick Fiend wie auch exklusive Gemälde von Laibach. Es bleibt zu hoffen, dass es einen zweiten Band geben wird, der sich intensiver mit Kunst geboren aus den Tiefen der Gruftie-Szene beschäftigt.
Das Buch ist definitiv lesenswert und das nicht nur für Szenegänger. Die meisten Texte sind durchaus fundiert recherchiert und geschrieben und geben einen guten Überblick über die wichtigsten Bereiche. Dass die heutige Szene ein wenig schlecht wegkommt und auch unterrepräsentiert ist, liegt an der Trägheit der jüngeren Grufties, von denen zwar welche beitragen wollten, aber über das Wollen hinaus ist eben wenig passiert.
Ein Wermutstropfen in dem ansonsten wunderschönen Buch ist das zum Teil zu Tode designte exzellente Bildmaterial. Die gewählte Silberdrucktechnik hätte das Grafikkommando dann auch professioneller umsetzen und nicht nur auf Knöpfe drücken sollen. Viele Bilder fallen so einem starken Kontrastverfall zum Opfer, und gerade in den eher bunten „Cyberstilen“ ist es fragwürdig, ob Farblosigkeit die beste Wahl ist. Trotz dieser Abstriche gibt das Buch einen guten ersten visuellen Eindruck in die aus der Szene geborenen Kunst, der natürlich niemals erschöpfend sein kann; das alleine wäre sicherlich ein eigenes Buch von weit mehr als 400 Seiten.
Seventh Sin
Der Verlag schreibt zu dem Buch:
Die »Schwarze Szene« ist seit ihren Anfängen in den ausgehenden 1970er Jahren ein Phänomen internationaler Relevanz.
»Schillerndes Dunkel«, herausgegeben von Kulturwissenschaftler Alexander Nym, versucht einen breiten Einblick in diese sub- und
gegenkulturelle Bewegung zu geben: Entwicklungen, Motive, aber auch Ideen und Widersprüche werden aufgezeigt, etwa 600
Abbildungen (Fotografien, Artwork, Plattencover) vermitteln einen faszinierenden optischen Eindruck der Opulenz, mit der
sich die verkleidungsfreudige Szene selbst inszeniert. Auf mehr als 400 Seiten kommen neben internationalen Künstlern auch
Journalisten, Wissenschaftler, DJs und Veranstalter sowie die Szenegänger selbst zu Wort. Der Schwerpunkt ist Deutschland, doch ist der Band auch in dieser Hinsicht grenzüberschreitend angelegt. Neben wissenschaftlichen Essays, Erfahrungsberichten und Insider-Anekdoten wird den künstlerischen Ausdrucksformen in Wort und Bild viel Platz eingeräumt. Durch den multiperspektivischen Ansatz tritt die
innere Zerrissenheit einer Subkultur
in Erscheinung, welche als hinter- und untergründigste »Jugend«kultur der Gegenwart
gelten kann.
Matthias
Eröffnet wird der Reigen von dem vielleicht eindrucksvollsten Dokument: Genesis Breyer P-Orridge schildert seine Beziehung zu Ian Curtis. Beide sind ja nun mal Ziehväter ganzer Heerscharen von inzwischen alten aber auch nachwachsenden Grufties, direkt oder indirekt. Generell versucht das Buch, nicht zwischen den verschiedenen Stilen zu werten, sondern viel mehr zu dokumentieren. Dies ist eine schwierige Aufgabe für den Herausgeber und Medienwissenschaftler Alexander Nym gewesen, denn die einzelnen Autoren der Beiträge sind sehr wohl oft von ihren eigenen Standpunkten eingenommen, und das eine oder andere mal liest man das berühmte "Früher war alles besser". Viele der Beiträge sind erfrischend geschrieben, nur selten begegnet man allzu komplizierten Kontrakten aus der Wissenschaft, und das obwohl einige der Texte von Medien- und anderen Wissenschaftlern geschrieben wurden und daher reichhaltig mit Fußnoten und Verweisen ergänzt sind.
Aber auch aus der Szene geborene Kunst und Literatur sollte nicht zu kurz kommen, sind sie dann aber doch; die schiere Fülle der Beiträge drohte den Rahmen des Buches zu sprengen. So mussten diese Bereiche leider stark reduziert werden, wie auch die Betrachtungen über die Szene im Ausland leider draußen bleiben mussten. Das macht aber Hoffnung auf eine Fortsetzung; einiges Material ist bereits vorhanden, so Herausgeber Nym. Trotzdem werden ein paar wenige Künstler vorgestellt, alle aus der Szene versteht sich: So gibt es Fotostrecken u. a. von dem recht bekannten Leipziger Fotografen Gerd Lehmann und Malerei von dem ebenfalls nicht unbekannten Nick Fiend wie auch exklusive Gemälde von Laibach. Es bleibt zu hoffen, dass es einen zweiten Band geben wird, der sich intensiver mit Kunst geboren aus den Tiefen der Gruftie-Szene beschäftigt.
Das Buch ist definitiv lesenswert und das nicht nur für Szenegänger. Die meisten Texte sind durchaus fundiert recherchiert und geschrieben und geben einen guten Überblick über die wichtigsten Bereiche. Dass die heutige Szene ein wenig schlecht wegkommt und auch unterrepräsentiert ist, liegt an der Trägheit der jüngeren Grufties, von denen zwar welche beitragen wollten, aber über das Wollen hinaus ist eben wenig passiert.
Ein Wermutstropfen in dem ansonsten wunderschönen Buch ist das zum Teil zu Tode designte exzellente Bildmaterial. Die gewählte Silberdrucktechnik hätte das Grafikkommando dann auch professioneller umsetzen und nicht nur auf Knöpfe drücken sollen. Viele Bilder fallen so einem starken Kontrastverfall zum Opfer, und gerade in den eher bunten „Cyberstilen“ ist es fragwürdig, ob Farblosigkeit die beste Wahl ist. Trotz dieser Abstriche gibt das Buch einen guten ersten visuellen Eindruck in die aus der Szene geborenen Kunst, der natürlich niemals erschöpfend sein kann; das alleine wäre sicherlich ein eigenes Buch von weit mehr als 400 Seiten.
Seventh Sin
Der Verlag schreibt zu dem Buch:
Die »Schwarze Szene« ist seit ihren Anfängen in den ausgehenden 1970er Jahren ein Phänomen internationaler Relevanz.
»Schillerndes Dunkel«, herausgegeben von Kulturwissenschaftler Alexander Nym, versucht einen breiten Einblick in diese sub- und
gegenkulturelle Bewegung zu geben: Entwicklungen, Motive, aber auch Ideen und Widersprüche werden aufgezeigt, etwa 600
Abbildungen (Fotografien, Artwork, Plattencover) vermitteln einen faszinierenden optischen Eindruck der Opulenz, mit der
sich die verkleidungsfreudige Szene selbst inszeniert. Auf mehr als 400 Seiten kommen neben internationalen Künstlern auch
Journalisten, Wissenschaftler, DJs und Veranstalter sowie die Szenegänger selbst zu Wort. Der Schwerpunkt ist Deutschland, doch ist der Band auch in dieser Hinsicht grenzüberschreitend angelegt. Neben wissenschaftlichen Essays, Erfahrungsberichten und Insider-Anekdoten wird den künstlerischen Ausdrucksformen in Wort und Bild viel Platz eingeräumt. Durch den multiperspektivischen Ansatz tritt die
innere Zerrissenheit einer Subkultur
in Erscheinung, welche als hinter- und untergründigste »Jugend«kultur der Gegenwart
gelten kann.
Matthias









