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Strafe muss sein

Strafe muss sein
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Strafe muss sein
Regina Nössler Hardcover, 158 S., 1994
Hildegard und Henriette tragen ihre Machtkämpfe bevorzugt sexuell aus Die eine geht aus Rache fremd. Die andere hindert sie nach einem Streit mit körperlicher Gewalt daran zu gehen, fesselt sie und macht Sex mit ihr. Aus der Vergewaltigung wird gemeinsame Lust.

Rezension aus Schlagzeilen 77:

Hildegard und Henriette, die Hauptpersonen aus „Strafe muss sein" von Regina Nössler, sind seit zwölf Jahren ein Paar. Sie hassen und lieben sich gleichzeitig. Und sie tragen ihre Machtkämpfe bevorzugt sexuell aus - in einem Wechselspiel aus Gemeinheiten und Lust. Mal tut Henriette es mit einer anderen, wofür sie von Hildegard dadurch bestraft, dass sie ihrerseits fremdgeht. Ein anderes Mal hindert Henriette Hildegard nach einem Alltagsstreit mit körperlicher Gewalt daran zu gehen, fesselt sie und macht Sex mit ihr. Anfangs ist es eine Vergewaltigung, später verwandelt sich der Widerstand der Überwältigten in Lust. Und wieder ein anderes Mal wird Hildegard von ihrer Partnerin in der Küche verführt. Und als diese aufhört sie zu verwöhnen, befiehlt sie ihr weiterzumachen. „Doch jetzt bettelte sie nicht, sondern sie befahl. In ihrer Beziehung zu Henriette war alles möglich, auch das Befehlen."

Der Roman enthält viel ausgelassenen, hemmungslosen Sex ohne dabei platt pornografisch zu werden. Die erotische Handlung ist in den Beziehungsalltag eingebettet. Die beiden Protagonistinnen werden mit all ihren Widersprüchen und Macken als ganze Menschen sichtbar: Sympathische SM-Lesben - nicht nur Abziehbilder. Und gerade deshalb ist es so geil, wenn beschrieben wird, wie es ist, wenn sie Sex haben, wenn sie kommen, meinen überzulaufen, zu explodieren.

Michel
Strafe muss sein: Cover