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SM-Richter

SM-Richter
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SM-Richter
Unser Sommer 2014 DVD-Tipp! Sehr zu empfehlen.

DVD, 88 Minuten, 2009, Belgien, Sprache: Deutsch, Flämisch, Untertitel Englisch
(lieferbar ab 25.4.2014)

Manchmal dauert es etwas länger, bis wir auf eine spannende Neuerscheinung aufmerksam werden. Schon 2009 erschien in Belgien der Film „SM-Rechter“. Auf dem Kieler Fetisch Film Festival räumte er eine Menge Preise ab – Bester Film, Bester Schauspieler, Beste Schauspielerin – und auch im folgenden Jahr gewann er einige wichtige Auszeichnungen auf verschiedenen Festivals. Nun erscheint der Film endlich in Deutschland.

Die Story
Nach 15 Jahren Ehe stecken Koen und Magda Anfang der 1990er in einer Krise. Sie hat eine schwere Depression, vernachlässigt ihre Tochter und sich selbst. Schließlich bekommt sie einen Nervenzusammenbruch mit Krankenhausaufenthalt. Wieder zuhause möchte Koen ihr helfen. Magda offenbart ihm ihr Geheimnis, dass sie 30 Jahre lang für sich behalten hatte: ihre geheimen stark ausgeprägten masochistischen Neigungen und Fantasien. Sie möchte, dass ihr Mann ihr Schmerzen zufügt.
Koen, der erfolgreich aber nicht unumstritten als Richter im belgischen Mechelen arbeitet, ist zunächst verwirrt und zurückhaltend und sucht das Gespräch mit seinem guten Freund und Vorgesetzten. Dieser ist zwar skeptisch, rät ihm nicht ab, er solle aber vorsichtig sein. So entscheidet Koen, sich auf Magdas „geheime dunkle Wünsche“ einzulassen und mit ihr diesen Weg zu gehen. Die ersten Versuche zu Haus verlaufen nicht gerade optimal und so besucht das Paar einen SM-Club. Ganz vorsichtig schauen sie erst einmal bei anderen zu und ein erfahrener Dom erklärt ihnen alles. Magda möchte sofort in medias res gehen und ihr Mann beginnt sie unter Anleitung von Dom P. zu schlagen.
Eine physische und sexuelle Entdeckungsreise über mehrere Jahre beginnt. Magda fühlt eine enorme Erleichterung, gefolgt von einer Art der Freude und des Glücks, die sie nie für möglich gehalten hat. Sie sind wieder ein glückliches verliebtes Paar. Magda möchte ihre Grenzen immer weiter ausloten. Dort, wo Koen sich dazu nicht in der Lage sieht, holt er sich Hilfe. Die Sessions nimmt er als Erinnerung für sich und Magda auf Video auf.
Als ihr Sexualleben zufällig an die Öffentlichkeit gelangt, ermittelt ein Koen nicht gut gesonnener Staatsanwalt und die ganze Familie gerät in den Mittelpunkt einer öffentlichen Debatte über Privatsphäre und Justiz.

Die wahre Begebenheit
Der Film basiert auf dem wahren Fall des belgischen Richters Koen Aurousseau, der 1997 auf Grund eines privaten Videos wegen Körperverletzung und Zuhälterei angeklagt und verurteilt wurde. Das private Video, das im Zuge einer Observation zum Dutroux-Fall in einem SM-Club zum Vorschein kam, zeigte, wie er seine gefesselte Frau Magda auspeitschte und sie diversen sadomasochistischen Praktiken unterwarf.
Magda wurde von der Staatsanwaltschaft als das „Opfer“ gesehen, obwohl sie immer wieder glaubhaft versichert und bezeugt hat, dass die Szenen allesamt nicht nur einvernehmlich, sondern sogar auf ihren eigenen expliziten Wunsch hin stattfanden. Diese Aussagen wurden von Psychiatern bestätigt. Das Gericht nahm es jedoch nicht zur Kenntnis. Die Behandlung von Koen, Magda und auch deren Tochter Iris durch Polizei und Staatsanwaltschaft, die Vernehmungen, Hausdurchsuchungen und die Verhandlungen selbst machen sprachlos. Als Zuschauer möchte man angesichts der eigenen Machtlosigkeit in den Bildschirm hineinspringen und die Ankläger schütteln und anschreien.

Das Verfahren
Der Fall erregte in Belgien Ende der 90er Jahre großes Aufsehen und fand in den Medien viel Beachtung. 90 % der Belgier standen zu dem Paar. Koen bekam viel Unterstützung – auch finanzielle – aus der belgischen SM-Szene und brachte seinen Fall an den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Diese Instanz bestätigte jedoch 2003 das für Koen negative Urteil. Er wurde seiner Ämter enthoben, verlor seine bürgerlichen Rechte und alle Rentenansprüche.
Wenn ihr auch Leben durch dieses Urteil zerstört war und sie fast drei Jahre lang den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben, sind Koen und seine Frau Magda heute noch zusammen. Sie leben in einer kleinen Wohnung in Antwerpen von einer minimalen Sozialhilfe-Rente. Das 30minütige, offene und ehrliche Interview mit beiden ist so mitreißend und informativ, dass es fast spannender ist als der Film selbst.
Hierin wird auch die Verquickung mit dem Fall Dutroux deutlich. Der bereits 1986 verhaftete und wegen Entführung und Missbrauchs von fünf Frauen 1989 zu 13 ½ Jahren verurteilte Duroux kam 1992 wieder frei. Darauf beging er eine Reihe weiterer Entführungen und Morde bis er 1995 wieder verhaftet wurde. Die vielfältigen und gerechtfertigten Vorwürfe gegen eine unfähige Justiz und Polizei im Fall Dutroux überschatteten dann in den folgenden Jahren auch das Verfahren des „SM-Richters“. Koen Aurousseau kam gerade recht als Bauernopfer nach dem Tenor „Schaut her, wir gehen auch mit einem aus unseren Reihen nicht zimperlich um.“

Der Film
Der belgische Filmemacher Erik Lamens nahm diese beeindruckende Geschichte als Stoff für seinen ersten Langspielfilm. In 20 Minuten erzählt er, wie der Film entstand. Die sorgfältigen Recherchen und Vorbereitungen dauerten ca. 18 Monate. Erik Lamens hat nicht nur alle Gerichtsakten gelesen, sondern sich auch stundenlang mit Koen und Magda unterhalten, um ihre Sicht der Dinge zu erfahren. Zu den Vorbereitungen gehörten auch Besuche in den SM-Clubs von Antwerpen und intensive Gespräche mit den Gästen über ihre persönlichen Erfahrungen zum Thema SM. Die beiden Hauptdarsteller gehören zu den populärsten belgischen Schauspielern. Veerle Dobbelaere, die die Magda spielt, drehte fast alle Szenen selbst. Nur für die heftigen Dinge mit Kanülen etc. sprang ein Bodydouble ein.
Die SM-Szenen sind sehr gelungen. Besonders die Atmosphäre im Club kommt absolut authentisch rüber. Es gibt nur einen kurze Aussage, der ich aufs Heftigste widerspreche. Ein am Kreuz stehendes Mädchen wird geschlagen. Sie fängt an zu zittern. Koen fragt: „Ist was passiert?“ Dom P. „Nein, sie hat nur den Sub-Space erreicht. Hin und wieder geraten Neulinge ins Fliegen. Aber das geht vorbei!“ – Vorbeigehen? Nie und nimmer!

Dieses Erotikdrama ist ein bewegender und eindrucksvoll gespielter Film, der unter die Haut geht. Eine ergreifende und außergewöhnliche Geschichte über die dunklen Seiten der Sexualität und eine Liebe, die alles bewältigt. Ein Plädoyer für Privatsphäre und persönliche Entscheidungsfreiheit.

„SM-Richter“
Regie & Drehbuch: Erik Lamens
Koen: Gene Bervoets
Magda: Veerle Dobbelaere

Geli

SM-Richter