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Die Venus im Pelz - Hörbuch (mit Bela B. u.a.)

Die Venus im Pelz - Hörbuch
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Die Venus im Pelz - Hörbuch (mit Bela B. u.a.)
Leopold von Sacher-Masoch, Bela B. Felsenheimer, Catherine Flemming 2 CDs, 151 min
Catherine Flemming zieht einen als Wanda in Ihren Bann. Eine echte Venus! Und Bela B. (den Sänger der „Ärzte“) sieht man als Severin förmlich Ihr knien, den Kopf gesenkt, versucht, Ihr in die Augen zu schauen. Gelungene Umsetzung des SM-Klassikers.

Rezension aus Schlagzeilen 84:
Die "Venus im Pelz" scheint in dieser Zeit vielfältig die Phantasie anzustacheln, sind doch in den letzten zwei Jahren inzwischen drei Versionen dieses Kultromans als Hörbuch erschienen. Die längste Fassung auf vier CDs haben wir bereits in Schlagzeilen 77 ausführlich umjubelt. Und nun die neueste: Bela B. Felsenheimer, Drummer, Songschreiber und Sänger bei „Die Ärzte“ spricht den Severin in dem neuesten Hörwerk, die Schauspielerin Catherine Flemming die Wanda. Vor kurzem hörte ich zum ersten Mal Belas Mephisto im Hörbuch „Faust vs. Mephisto“ und war fasziniert von seiner böse träufelnden Stimme. Kein Wunder, Bela B. ist nicht nur Schauspieler, sondern auch bekennender Horrorfan. Meine Neugier, ob jetzt ein neues Bekenntnis käme und wie er sich denn in der Rolle des devoten Severin machen würde, wurde belohnt.

Zwar gefällt mir von der Textauswahl her die lange Version besser (das liegt jedoch an mir, da ich immer alles, vollständig und ganz viel davon will), aber in diesem neuen Hörbuch sind die Stimmen jünger, lebendiger – haben mehr Sex. Besonders Catherine Flemming als Wanda zieht mich in den Bann. Sie ist eine echte „Venus“. Und Bela B. dreht in den Dialogen mit ihr voll auf. Ich sehe ihn vor ihr knien, den Kopf gesenkt, versucht, ihr in die Augen zu schauen.

Und nun die Frage: Wie ist Bela B. denn so drauf? „Sweet Sweet Gwendoline“ und „Bitte, bitte … lass mich dein Sklave sein“ hat zwar Farin Urlaub geschrieben, aber … Nun, eigentlich ist es ja doch egal, finde ich jedenfalls. Oder vielleicht doch …?

Bela B. sagte auf die Frage nach seinen dunklen Seiten in einem Interview mit dem Berliner „tipp“: „So richtig viel über mich glaubt man ja immer nur zu wissen. Nichtsdestotrotz habe ich ein gewisses Image, so dass die Initiatoren des Hörbuchs dachten, dass das schon passen würde. … Die Geschichte an sich ist für mich schon auch eine Parabel auf die Liebe. Vielleicht nicht in der Extremität, in der es im Buch dargestellt wird. Immerhin hat der Name des Autors Sacher-Masoch den Begriff des Masochismus geprägt, auch wenn das gegen seinen Willen passiert ist. Aber meine Erfahrung ist, dass es eine gleichberechtigte Partnerschaft in Machtverhältnissen so nicht geben kann. Es gibt immer den Stärkeren und den Schwächeren. Natürlich nicht wie in "Venus im Pelz", dass es die ganze Zeit so ist und auch nicht in dieser Extremität. Man denkt immer, die Frau gefällt sich als schwaches Geschöpf, das in den Arm genommen und beschützt werden will, aber das ist bei Männern mindestens genauso. Vielleicht wird das in einer Kneipe oder auf dem Fußballplatz nicht so nach außen getragen, aber wenn sie zu Hause sind, sind sie die größten Weicheier. …“

Zwangs-Star-Outing brauchen wir nicht. Aber mehr von denen, die sich in ihrem Gebiet der Kunst positiv mit SM, Fetischismus und allem, was dazugehört, auseinandersetzen. Und mit Politik. Im Rahmen der Cover-Aufnahmen für das Hörbuch wurden auch Bilder für eine Kampagne der Tierrechtsorganisation PETA gemacht: „Ich kann mir meine Schmerzen aussuchen, die Tiere nicht.“

Geli
Schlagzeilen 84
Die Venus im Pelz - Hörbuch: Cover