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Studio-Besuch

Dieses Thema veranlasst zu einigen Assoziationen. Wenn die Frage unvorbereitet gestellt wird, könnte man an den Besuch in einem Fotostudio, einem Filmstudio oder in einem Haarstudio denken. Man geht hin, lässt irgendwelche Arbeiten ausführen und bezahlt anschließend einen Obolus. Wie ist es nun bei dem Besuch eines „Studios“, wie es in SM-Kreisen zum Teil geschätzt wird?

Ein ganz wesentlicher Unterschied ist der, dass dort normalerweise im Voraus bezahlt wird, Kredit nicht üblich ist und die Überraschungen sich dann hinterher, nach der Zahlung, einstellen. Der entsprechende Obolus wird häufig auch als „Geschenk“ bezeichnet, das der Domina abzuliefern und mehr oder weniger diskret auf einen zugewiesenen Platz zu legen ist. Anschließende Beanstandungen der Leistungen setzen auch nicht das System der gesetzlichen Regulierung von Mängeln in Gang (Nachbesserung, Rückabwicklung o.ä.).

Natürlich, Geld möchte jeder verdienen und auch die entsprechenden Methoden, mit denen im SM-Studio-Bereich die eigenen Leistungen angepriesen werden, entsprechen den in der Wirtschaft üblichen Maßnahmen in jeder Beziehung: Eine Homepage mit allen erdenklichen Details, tollen Einrichtungen – und hinterher ein ziemlich dunkles Hinterzimmer, das sich dank der hervorragenden Fähigkeiten eines Fotografen als „Studio“ qualifiziert, man möchte beinahe formulieren, geadelt wurde. Umgekehrt absolut einfache, zurückhaltende Werbung und ein SM-Studio mit Fachwissen und Einrichtungen, die diese Bezeichnung wirklich verdienen.
Vor einem ersten Besuch empfiehlt es sich also, zunächst einmal eine genaue Recherche im Internet durchzuführen und/oder andere „Betroffene“ (Entschuldigung: das liest sich fast so, als ob es sich um eine Krankheit handelt, doch das Bedürfnis sich in ein SM-Studio zu begeben ist es natürlich nicht!) zu befragen, bevor man telefonisch einen Termin vereinbart. Daß man diesen nur dann vereinbart, wenn man wirklich dort hingehen möchte, dürfte selbstverständlich ein Gebot der Fairness sein.

Bekanntlich ist der erste Eindruck entscheidend. Wenn man dabei feststellen sollte, dass die eigenen Anforderungen an Ordnung, Sauberkeit und Aussehen von Personen und Räumlichkeiten nicht erfüllt werden bzw. das „Studio“ den Internet–Anpreisungen nicht entspricht, empfiehlt es sich, sogleich zu überlegen, wie man in höflicher Form zu verstehen gibt, dass das eigentlich nicht das ist, was man sich vorgestellt, erwartet hat und vorsichtig den sofortigen Rückzug anzutreten.

Bei einem Erstbesuch wird nach dem Eintritt in das Studio zwischen der Domina und dem Gast zwingend abgesprochen werden müssen, was dort geschehen soll. Hier scheiden sich meistens schon die Geister, ob man es mit einer Frau vom Fach zu tun hat oder einer Hobbydompteuse, die ihr Handwerk nicht richtig versteht. SM ist eine Spielart der Sexualität, die ungeheuer viele Facetten haben kann. Es geht vom „einfachen“ Bondage-Liebhaber (Welches Material? stehend, liegend usw.), der nach einer anständigen Fixierung quälend langsam mit oder ohne Schmerzzufügung eventuell weiteren psychischen „Behandlungen“ zu einem Höhepunkt gebracht werden will, bis zu Spezialitäten in weißen Kabinetten ist alles drin.
Es hat also gar keinen Sinn beziehungsweise endet nur mit Enttäuschungen, wenn in diesem Stadium des Studiobesuches kein Einvernehmen herbeigeführt werden kann. Das gilt insbesondere für einzelne Verfahrensweisen, die von dem Gast vollständig abgelehnt werden oder auf die er sich aufgrund seiner eigenen körperlichen Merkmale nicht einlassen möchte. Dazu gehören beispielsweise auch gesundheitliche Einschränkungen aller Art. Gerade eine Domina ist Dienstleisterin und muß sich daran messen lassen, ob sie bereit ist, diese Kundenwünsche zu berücksichtigen. Dabei ist selbstverständlich, dass eine Domina nicht zum sklavischen Vollzugsorgan der Kundenwünsche werden kann und will – einige „Überraschungen“, die jedoch in der generellen Kundenlinie liegen, wird sie sich immer aufheben. Ein mehr oder weniger herrisches Gehabe der Dame am Telefon oder in diesem vorbereitenden Gespräch sprechen von vornherein gegen das Studio.

Am Ende des Gespräches steht dann die Frage des Preises. Geld bewegt bekanntlich die Welt oder neudeutsch „Money makes the world go round …“ wobei man gerne an Liza Minelli und ihre hervorragende Aufmachung in „Cabaret“ denken darf. Zunächst ist es wichtig zu wissen, was man selbst ausgeben kann und will. Dazu sollten einem die Marktdaten bekannt sein, immerhin hat eine solche Dienstleistung ihren Preis, der mit den Preisen des klassischen horizontalen Gewerbes eindeutig nicht zu vergleichen ist; die wirklichen Professionellen dieses Gewerbes sind daher auch mit diesem Gewerbe nicht zu vergleichen.
Was sie tun geschieht aus eigenem Antrieb und meistens auch mit einer gewissen Neigung zu dieser besonderen Art menschlicher Kommunikation. Langes Gefeilsche, Nickeligkeiten und vermeintliche Empörung über hohe Preise belasten die Stimmung – und die gehört auf beiden Seiten zu der vorgesehenen Veranstaltung dazu. By the way: Kredit- und EC-Karten aller Art sollte man zuhause lassen. Bargeld ist gefragt. Auch die Rechnung („Aber bitteschön mit Umsatzsteuerausweis und Steuernummer!“) sollte nicht im Zentrum der Bemühungen des Besuchers stehen. Die Buchung als Spesenbeleg kann zu Schwierigkeiten mit der Finanzverwaltung führen. Es dürfte nichts peinlicher sein, als ein Querverweis des Finanzamtprüfers im Rahmen einer Steuerprüfung der Kartoffelgroßhandels-GmbH, der zu einem SM-Studio führt, von dem die ausgewiesene Umsatzsteuer (USt.-ID-Nummer selbstverständlich vorhanden) nicht abgeführt wurde mit – im schlimmsten Falle - anschließender Vernehmung in einem öffentlichen Strafverfahren wegen Umsatzsteuervergehens anlässlich eines Besuches. Dabei ist mir klar, dass für einzelne unserer Freunde derartige Höhepunkte der Selbstbestrafung zum Kick dazugehören könnten, aber bitte nicht in echten Strafverfahren. Die Frage des Gerichtes, ob es denn zutreffend sei, dass man die Rechnung in einem SM-Studio erhalten hätte und welche Art von Leistungen dort für den Kartoffelgroßhandel erbracht worden seien kann unangenehm peinlich werden.

Erst wenn diese Themen zu einem vernünftigen Abschluss gebracht wurden, kann die eigentliche Session begonnen werden. Dabei noch ein Wort nebenher: Es macht sich weder für den Kunden noch für die Domina gut, wenn man vorherigen Alkoholgenuss feststellt. Es mag angehen, wenn abends anlässlich der letzten Kundenbetreuung zu „Feierabend“ eventuell mit dem Gast noch ein abschließendes Glas Sekt getrunken wird. Aber bitte nicht tagsüber. Selbstverständlich sollte auch der Kunde absolut nüchtern erscheinen.

Wir kommen nun zum eigentlichen Ziel der Bemühungen. Wir hatten hier in Hamburg über viele Jahre (mindestens seit den 60’ern) zwei Studios, von denen das eine schon lange seine Pforten geschlossen hat unter Begleitung der Bild–Zeitung nach einem Brand, während das andere, Heli Krohn, die Grand Dame der professionellen Szene, vor wenigen Jahren still und leise, diskret, wie das ihre Art war, aufgegeben hat.
Dennoch haben wir direkt in Hamburg derzeit kein Vakuum, ein paar neue Studios mit gutem Ruf gibt es inzwischen.

Auf jeden Fall wird in professionellen Studios darauf geachtet, dass die Gäste einander nicht ungewünscht begegnen und keinerlei Spuren der früheren Gäste erkennbar sind. Ebenso laufen die „Behandlungen“ spurenlos ab, wenn es zuvor zu diesem Thema keine anderweitige Absprache gegeben hat. Sämtliche Einrichtungsgegenstände blitzen vor Sauberkeit und die persönlichen Gegenstände der Gäste werden in einem besonderen Schrank oder Spind für die Zeit der Session untergebracht. Zu Beginn erhält der Gast auch die Möglichkeit, kurz zu duschen und sich etwas in hygienischer Sicht vorzubereiten. Dazu gehören auch frische Handtücher.

Das vertrauensvolle Gesprächsverhältnis ändert sich jetzt: Die Domina tritt ein in ihre Rolle als Domina und der Gast übernimmt „seine“ Rolle, so wie das zuvor besprochen wurde. Dass dabei natürlich nicht sklavisch irgendwelche Wünsche übernommen werden, sollte nicht nochmals betont werden. Phantasie erlangt eine erhebliche Bedeutung, wissen wir doch, daß SM sich ganz wesentlich in unseren Köpfen abspielt. Von Wichtigkeit ist dabei, dass eine erfahrene Domina selbst merkt, wann der Gast „nicht mehr kann“.
Ich erinnere eine Session, als ich aufgrund übergroßer Hitze im Sommer, zu geringer Wasserzufuhr, Stress und anderer Faktoren ohnmächtig wurde. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, dass man mich befreit und auf den Boden gelegt hatte, sodass ich nach kurzer Zeit wieder richtig zu mir kam. Da ich auf Wasserbehandlungen nicht so sehr stehe, hat die hilfsbereite Domina freundlicherweise davon abgesehen, mir einen Eimer des köstlichen Nasses zwecks Wiederbelebung über den Kopf zu schütten. Es lag kein „Fehler“ der Domina vor, sondern schlicht eine körperliche und/oder psychische Unpässlichkeit meiner Person, auf die absolut professionell reagiert wurde.

Zum Ende einer Session zeichnet sich eine gute Domina dadurch aus, dass das Auspellen, der Weg zur Dusche usw. nicht begleitet wird von unendlichem Gesabbel und Getratsche. Auch hier nimmt man Rücksicht und wartet ab, bis der Gast wieder zu sich gekommen ist – aus seinem „Traum“ wieder erwacht. Nach dem Duschen und Ankleiden kann und sollte eine kleine Manöverkritik bei einem Getränk (nichtalkoholisch) an der Tagesordnung stehen, ein paar nette Worte, ein Dank des Gastes und eventuell auch eine Frage danach, ob man vielleicht bei der nächsten Gelegenheit einmal etwas anders machen kann.

J. 1./14

Danke für die informativen Tipps (die Red.)