Warenkorb Keine Artikel
Warenkorb

» Warenkorb ansehen
Montag - Freitag : 10 - 18 Uhr
Telefon : 040 / 31 32 90
Lastschrift & Überweisung PayPal Kreditkarte : VisaCard Kreditkarte : MasterCard Kreditkarte : AmericanExress
Geschenk-Service Geschenk-Service Wir packen ein - und zwar individuell. Lesen Sie mehr über den neuen Geschenk-Service.
 
Hier bekommen Sie den aktuelle Schlagzeilen.com - Katalog:
» Katalog 2016
Download ca.: 587 Mb
» Online Blättern
Sie wissen schon genau was Sie wollen?
Dann benutzen Sie am Besten unseren » Katalog-Bestellschein
Schon gesehen?
Zufallsartikel
Handschuhe Satin
Zufallsartikel
Handschuhe Satin
ab 19 €

Unser Selbstverständnis als SM-Verlag und aktive Sadomasochisten

SM aus der Szene – für die Szene!

Im November 1988 zusammen mit der offenen SM-Szene gegründet, mit ihr gewachsen und verwachsen, sind die Schlagzeilen das größte deutschsprachige, gedruckte SM-Magazin.

Das wichtigste nicht virtuelle Kommunikationsorgan der deutschsprachigen SM-Szene bietet Geschichten und Bilder als Futter für das erotische Kino im Kopf. Es setzt sich eingehend mit dem Thema SM (und allem was damit zusammen hängt) auseinander, gibt Anstöße und informiert über Entwicklungen auch außerhalb des deutschsprachigen Raums. Es veröffentlicht Gruppenadressen und Termine, begleitet die Diskussionen innerhalb der Szene mit Schwerpunktthemen und einen Kontaktmarkt für Sadomasochisten und Sadomasochistinnen.

Auch sonst leistet das Schlagzeilen-Team umfassende und herausragende Arbeit für die Szene. Es unterhält das Hamburger SM-Infotelefon, betreibt den Schlagzeilen-Online-Shop mit allem, was den gemeinen SMer (un)glücklich macht und verlegt themenbezogene Sachbücher, Kurzgeschichten-Bände und Romane.

Von der Selbsthilfegruppe zum SM-Verlag
Mitte der 80er Jahre gründete sich in Hamburg das SM-Sündikat, die erste offene SM-Gruppe Deutschlands. Einige Mitglieder dieser Gesprächsgruppe bastelten sich 1988 selbst die SM-Zeitung, die sie gerne gelesen hätten, die es aber nirgends zu kaufen gab: Die Schlagzeilen. Die erste Ausgabe hatte eine Auflage von etwa 180 Exemplaren und war ein in Feierabendarbeit hergestelltes Sammelsurium aus selbst gemachten und „geborgten“ Texten und Bildern, das sich um Fragen des Copyrights nicht allzu sehr kümmerte. Das Layout erinnerte an eine Schülerzeitung. Eben eine handgemachte Selbsthilfezeitung!

Und im Kern sind wir das auch heute noch: Eine SM-Selbsthilfezeitung. Nur ist die SM-Szene gewachsen. Sie durch uns − und wir mit ihr. Auch wenn viel von dem was früher nur bei uns zu lesen war, inzwischen im Internet zu finden ist, beträgt die Schlagzeilen-Auflage heute immer noch etwa 5.000 Stück. Und mit den Jahren ist auch unsere Professionalität (im besten Sinne) gewachsen. Aus der Feierabendarbeit ist unser Hauptberuf geworden, von dem wir leben, und aus den Schlagzeilen eine ernstzunehmende Zeitung, die neben Selbsthilfeorgan auch Literaturzeitschrift und Fotomagazin mit professionellem Layout ist.

Die Schlagzeilen heute
Heute sind die Schlagzeilen immer noch die führende SM-Zeitschrift Deutschlands. Die reale Reichweite geht sogar weit über diese Zahl hinaus, da jedes Exemplar von mehreren Personen gelesen wird.

Die Schlagzeilen bieten ihren Leserinnen und Lesern erotische Geschichten und Fotos, Informationen und Reflektionen über Sadomasochismus und die SM-Szene, sowie einen sehr guten Serviceteil und die Möglichkeit zum regen Austausch untereinander.

Mehr als nur eine Zeitung
Natürlich ist die Zeitung immer noch der Kern des Schlagzeilen-Projekts. Aber wir sind mehr als nur unsere Zeitung. Wir sind auch: Buchverlag, Shop, politisch-soziales Projekt.

Als Buchverlag verlegen wir sowohl praktische Ratgeber, als auch erotische Literatur. Darunter Standardwerke wie „Das SM-Handbuch“ und „Das Bondage-Handbuch“, die in kaum einem Szene-Bücherschrank fehlen, sowie Klassiker wie „Die Geschichte der O“.

Als Shop verkaufen wir SM-Spielzeug und Bücher (auch anderer Verlage). Und unterscheiden uns dabei von anderen dadurch, dass wir nur verkaufen, wohinter wir voll und ganz stehen können. Wir haben alle Produkte selbst getestet — und bürgen mit unserem guten Namen für ihre Qualität.

Als politisches und soziales Projekt sind wir ein nicht wegzudenkender Teil der offenen SM-Szene. Wir betreiben ein Info- und Beratungstelefon, machen Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, arbeiten im BVSM (Bundesvereinigung Sadomasochismus) und anderen SM-Organisationen mit und veranstalten Partys, Kulturveranstaltungen und Seminare.

Und wir alle sind Sadomasochisten: Aus der Szene — für die Szene!

Geli, Jan und Matthias - Hamburg 2005

Für die, die auch noch unseren Selbstverständnistext aus den 90ern interessant finden, dokumentieren wir diesen hier:

Vom Hamburger Gossenkind zum überregionalen SM-Verlag
– Über das Selbstverständnis der SCHLAGZEILEN und des Charon-Verlages –
Zum 10-jährigen Bestehen


Der Spiegel zitierte uns (falsch oder ohne Quellenangabe – siehe Spiegel Spezial zum Thema Schmerz), bei ZDF, RTL und Sat1 saßen wir auf der Couch, die ARD zeigte eine Sendung mit uns („Unter deutschen Dächern – Das soll Liebe sein“), von Meiser bis Biolek fragte man nach uns, BILD der Frau druckte die Nummer unseres Beratungstelefons ab und die Kripo bittet uns schon mal um Mithilfe, wenn bei einem Mord Utensilien benutzt werden, die der SM-Szene entlehnt sein könnten.

Man nimmt uns wahr, als Exoten und als Fachleute in Sachen Sadomasochismus. Fast scheint es, als würde das Thema vor lauter kribbelnder Aktualität zumindest in den Medien zur Mode verkommen sein.

Aber das ist es nicht, was wir seit gut 12 Jahren mit 60 SCHLAGZEILEN-Ausgaben (Auflage zur Zeit fast 7000 Stück), 13 Sonderbänden (Gesamt-Auflage über 50.000 Exemplare) und 15 Büchern (Gesamtauflage über 100.000 Exemplare) erreichen wollen. Es geht uns um mehr als um den Reiz sadomasochistischer Phantasien und Geschichten, deren erotischer Wert nicht unbedingt von der Hand zu weisen ist. Es reicht uns nicht, unseren Leserinnen und Lesern einen möglichst umfassenden Überblick zu verschaffen, was SM in Hamburg, Pfaffenhofen, Berlin, Brüssel oder London bedeutet.

Wir sind zuallererst Selbsthilfeorgan, außerdem Literaturzeitschrift und Fotomagazin. Viele der veröffentlichten Texte erfüllen den Tatbestand, in erster Linie „Kunst“ zu sein und außerdem sexuell erregend zu wirken. Wir mühen uns, sowohl anspruchsvolle und intelligente als auch stimulierende Texte gleichermaßen zu publizieren. Wir wollen Beiträge bringen zu dem, was mit aller Vorsicht „sadomasochistische Kultur“ genannt werden kann. Wir schreiben unseren Käuferinnen und Käufern nicht nach dem Maul oder dem Geschlechtsteil, sondern veröffentlichen das, was wir für gut gemacht, intelligent, unterhaltsam, spannend und notwendig halten. Nicht alles, was wir zugeschickt bekommen, wird gedruckt, aber mehr als zwei Drittel der veröffentlichten Texte sind Zuschriften von Leserinnen und Lesern. Wir klammern die dunkeln Seiten des Sadomasochismus nicht aus, sondern versuchen zu zeigen, was sie bedeuten können: emotionale Abstürze, die Fragen offen lassen; Diskussionsanlässe; Streitpunkte, zu denen es kontroverse Stellungnahmen gibt.

Mit nichtkommerziellen Kontaktanzeigen, Adressen von Gesprächskreisen, Arbeits-gemeinschaften, Stammtischen und einer Auswahl aktueller deutscher und europäischer Feten-Termine bieten wir ein Forum, welches sich den kleinen und großen Bedürfnissen des sadomasochistisch liebenden Menschen widmet: angefangen bei der Frage, wie man das entsprechende Gegenüber für seine Lust findet, über Anhaltspunkte in unserer Biographie, die uns zum SM geführt haben könnten, hin zu Überlegungen, wie sich SM auf das eigene Selbstverständnis, Freiheit und Politik reimt. Schwerpunktthemen in jedem Heft setzen sich mit Sucht, Grenzen, der Unfähigkeit Nein zu sagen, den dunklen Seiten der Lust, der Einsamkeit und anderem auseinander. Das Sicherheitsbrevier handelt vom verantwortungsvollen Umgang mit Seil, Peitsche, Dildo und dem sich ausliefernden Partner.

Unsere Fotos versuchen sich abzugrenzen von den üblichen Klischees; sie sollen der Phantasie Raum lassen und mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten spielen, die SM bedeuten kann. Wir wollen weg von den immer gleichen Bildern des Peitsche schwingenden Herrn und der vor ihm ergeben knienden Sklavin oder der streng blickenden Domina, die sich hingebungsvoll die hüfthohen Lackstiefel küssen lässt. Wir bieten andere Fotos, schönere Fotos, künstlerische Fotos. Peinlichkeiten gibt es schon übergenug.

Bei all dem versuchen wir, SM nicht als todernste Angelegenheit zu sehen. Mit einem Augenzwinkern persiflieren wir unsere Phantasien. Schließlich soll SM in erster Linie die Lust kitzeln, die Intensität unserer Liebe und unserer Triebe erhöhen.

Die Redaktion besteht zurzeit aus acht Menschen plus diverser Helfer. Die tägliche Arbeit schaffen wir nur mit einer gehörigen Portion Spaß an der immer professioneller werdenden Verlagsarbeit, auch wenn es manchmal nur der halbstündige Plausch vor der eigentlichen Redaktionssitzung oder ein Fototermin ist. Die Redakteurinnen und die Redakteure kommen selbst aus der nichtkommerziellen SM-Subkultur. Natürlich träumen wir von Tariflohn, weiterer Auflagensteigerung und unsterblichem Ruhm. Gönnen täten wir es uns, aber naja.

Wir stellen nicht einfach unsere Produkte zusammen, sondern müssen auch immer wieder neu über Inhalte, Layout, Bilder und Texte diskutieren. Was können wir drucken, was nicht? Dürfen die SCHLAGZEILEN alles, und wenn nicht, wo ist die Grenze, wo die Schere im Kopf und wo beginnt die Zensur? Wir fühlen uns den Leserinnen und Lesern gegenüber verantwortlich und versuchen dieser Verantwortung gerecht zu werden. Gleichzeitig bewegen wir uns innerhalb juristischer Gegebenheiten, die bestimmte Produkte auf den Index setzen oder gar beschlagnahmen können. In der BRD sind „Gewaltverherrlichung“ und „Gewaltpornografie“ mit Strafe bedroht und für einen böswilligen Staatsanwalt ist SM allemal beides. Wir halten also immer auch ein bisschen unsere Köpfe hin, doch die SCHLAGZEILEN sind uns das Risiko wert.

Die Produkte des Charon Verlags bitten nicht um Verständnis für unverstandene, sexuelle Minderheiten, sondern sie fordern das Recht ein, Teil einer Kultur zu sein, die einfach anders ist. Basta!
Jan, Geli, Matthias, Toko, Heico - Hamburg 1995