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2005-10-12

Neue Version des Diagnoseschlüssels ICD-10-GM erschienen

[SWL] Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die neue Version des Diagnoseschlüssels "ICD-10-GM" veröffentlicht .

Die deutsche Fassung der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD - International Statistical Classification of Diseases) wurde ursprünglich zur statistischen Erfassung von Krankheiten von der WHO herausgegeben. Inzwischen wird die ICD in Deutschland als Diagnoseschlüssel für die Abrechnung zwischen Ärzten und Krankenkassen verwendet.

In einem umfangreichen Änderungsverfahren werden vom DIMDI jedes Jahr Änderungen an der deutschen Version vorgenommen. Am 11.10.2005 wurde jetzt die Version 2006 der "ICD-10 GermanModification" herausgegeben

Die neue Version der Klassifikation wurde von vielen aus der SM-Szene mit Spannung erwartet, nachdem auch dieses Jahr wieder ein Antrag zur Streichung von Sadomasochismus als Krankheits-Klassifikation eingereicht worden war.

Leider brachte dieser Antrag nicht das gewünschte Ergebniss - die Klassifikation F65.5 (Sadomasochismus) ist identisch geblieben.

Daneben wurden auch die weiteren Diagnosen im Abschnitt "Störungen der Sexualpräferenz" unverändert gelassen: So ist auch
- Fetischismus (F65.0)
- Fetischistischer Transvestitismus (F65.1) und die Diagnose der "
- Multiplen Störungen der Sexualpräferenz" F65.6 (Sadomasochismus und Fetischismus als Kombination wird hier als Beispiel genannt)

weiterhin als Krankheit klassifiziert.

Auch in den neuen Kodier-Richtlinien findet sich keine weitere Ergänzung zu den F65-Schlüsseln - dort werden ansonsten zu manchen Schlüsseln spezielle Erklärungen gegeben werden, wie oder in welchem Fall dieser Schlüssel zu kodieren ist.

Neben der SM-Szene selbst stufen auch Ärzteverbände und Verbraucherschützer die Situation als kritisch ein. Thomas Isenberg, Abteilungsleiter Gesundheit beim Verbraucherzentrale Bundesverband, spricht bei obigen Diagnosen von "Diagnosen, deren Sinn sich nicht recht erschließe". Und Dr. Maximilian Zollner, seines Zeichens Bundesvorsitzender des NAV- Virchow-Bundes, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, erwähnt explizit Sadomasochismus und Fetischismus als "Diagnosen, die für Abrechnungszwecke in der Detailliertheit keine Relevanz haben, und die Privatsphäre unserer Patienten gefährlich bloßlegen".

Weitere Hintergrundinformationen


- Änderungsantrag der BVSM e.V.
Der AK Psychologie erarbeitete im März 2005 ein 27-seitiges Paper, um die Probleme im Zusammenhang mit den F65-Klassifikationen aufzuzeigen und zu belegen. Dieses Paper wurde der Bundesvereinigung Sadomasochismus e.V. (BVSM) freundlicherweise zur Verfügung gestellt, welche damit einen Änderungsantrag beim DIMDI einreichte.

Derzeit liegt noch keine Stellungname des DIMDI vor, warum die Argumente unberücksichtigt geblieben sind.

Krankheits-Klassifikationen außerhalb Deutschlands

Neben der ICD-10 existiert auch noch das "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" DSM-IV .
Die Abschnitte zu Fetischismus und Sadomasochismus im DSM-IV wurden bereits 1994 geändert, so dass SM nicht mehr automatisch als krankhaft gilt. Als zusätzliche Bedingung muss hier ein Leidensdruck bei den Betroffenen vorliegen.

Beim ICD-10 hat Dänemark den ersten Schritt gemacht. Zum 01. Mai 1995 untersagte das dänische Gesundheitsministerium die weitere Verwendung der F65.5-Diagnose (Sadomasochismus) und strich damit SM aus dem dänischen Krankheitskatalog.

Auf internationaler Ebene engagiert sich die in Norwegen gegründete Gruppe "revise F65" für eine Änderung der F65-Klassifikationen im ICD-10.

Frühere Änderungsversuche und Reaktionen des DIMDI

Im Jahr 2004 wurden bereits von einigen SM-Organisationen Änderungsvorschläge eingereicht.

Damals versuchte sich das DIMDI damit herauszureden, dass die GermanModification der ICD-10 nur eine deutsche Übersetzung sei, und dass Inhaltliche Änderungen deswegen nicht möglich seien.

Allerdings spricht die Tatsache, dass Dänemark die Diagnose streichen konnte, ebenso dagegen, wie die aktuelle Liste der Änderungen, in welcher deutlich zu sehen ist, dass nicht nur Übersetzungsfehler korrigiert wurden, sondern auch inhaltlich Änderungen vorgenommen wurden.

Auch würde das umfangreiche jährliche Änderungsverfahren etwas nach Arbeitsbeschaffungsmaßnahme riechen, wenn dort keine inhaltlichen Fragen diskutiert werden würden.

Eine Pressemeldung des DIMDI zur neuen Version gibt es hier .


Ansprechpartner beim DIMDI:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 221 4724-350
E-Mail: presse@dimdi.de

AG Klassifikation
Tel.: +49 221 4724-524
E-Mail: klassi@dimdi.de

2005-10-12
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