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2018-10-31

UPDATE Kinostart "Touch Me Not" am 1. November 2018

Am 1. November 2018 erfolgt der Kinostart des preisgekrönten Films „Touch Me not“. Dieser semidokumentarischer Experimentalfilm der rumänischen Regisseurin  Adina Pintilie  erforscht die Spielarten und Grenzen der menschlichen Sexualität.

Aufführungsorte sind u.a.:

- Aachen
- Berlin
- Bremen
- Darmstadt
- Dresden
- Düsseldorf
- Essen
- Frankfurt/Main
- Freiburg
- Gießen
- Hannover
- Hamburg
- Karlsruhe
- Kassel
- Köln
- Konstanz
- Leipzig
- Mainz
- Mannheim
- Marburg
- Münster
- Nürnberg
- Oldenburg
- Regensburg
- Saarbrücken
- Stuttgart
- Ulm

Nähere Infos hierzu findet man unter Kinozeit.de

Kurzbeschreibung:

An der Grenze zwischen Realität und Fiktion folgt „Touch Me Not“ der emotionalen Reise von Laura, Tómas und Christian, die ihre Intimität und Sexualität erforschen wollen. Wie kann die Balance zwischen Begehren und der Angst vor Kontrollverlust gelingen? Mit abwechselnd klinisch kühlen, erotischen und zärtlichen Bildern nimmt uns Regisseurin Adina Pintilie mit auf eine intime Expedition, in der sich die Barrieren zwischen Mann und Frau, „normal“ und „anders“ auflösen: eine fundamentale filmische Erfahrung, die niemanden unberührt lässt.

Selten hat ein mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale ausgezeichnetes Werk derart emotionale und kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Radikal entblößt die rumänische Regisseurin Adina Pintilie die seelischen und körperlichen Tabus unserer vermeintlich sexuell befreiten Zeit und scheut sich auch nicht, Menschen mit Angststörungen und körperlicher Behinderung auf dem Weg zu einer erfüllten Intimität zu begleiten. „Touch Me Not zeigt, wie man den anderen liebt, ohne sich selbst zu verlieren.


Quelle Alamodefilm.de – dort findet man auch einen Trailer zu diesem Film.

Astrid Kozmuth AKA Lady Desire hat kürzlich in Wien an der Vorpräsentation dieses Films teilgenommen und uns ihre Gedanken zu diesem Film zur Verfügung gestellt:

„Erzähl mir, wie Du geliebt wurdest, und ich erzähl Dir wie Du liebst.“

Die Stille der Bilder, die Unaufgeregtheit der Szenen, die Wucht der tiefen Verletzungen um das grenzenlose Leid hinter den Fassaden des Menschseins hat mich zutiefst berührt. „Touch me not“ ist ein Werk, welches nur verstanden werden kann, wenn man sich auf die Ränder des Seins einlässt und bereit ist, sich auf den steinigen Weg zurück zum eigenen, besonderen und einzigartigem Selbst zu machen.

Dieses „Selbst“ ist verschüttet, weil wir es nicht wagen hinter die auferlegten Masken, hinter die fremdbestimmten Kulissen unseres Lebens zu blicken. Das Drehbuch unserer Kindheit wurde von anderen geschrieben. Eltern, Großeltern, Verwandte, vermeintliche Freunde und die Verführungen einer gierigen Konsumgesellschaft prägten und prägen nach wie vor unsere Seelen.

Es ist faszinierend, wie es der Regisseurin Adina Pintilie gelungen ist, den Bogen vom „Jetzt“ des Leides der ProtagonistInnen in das „Damals“ der Kindheit - zum Ursprung des seelischen und physischen Missbrauchs - zu spannen. Dem Zuseher werden störende Hintergrundgeräusche und ein Tun im Nichtstun zugemutet. Musik wird als Stilmittel eingesetzt um Botschaften zu unterstreichen, um zu berühren und zu reflektieren. Selten habe ich mich so verstanden und gesehen gefühlt wie in dieser „erzwungenen“ Ruhe.

Adina Pintilie hat den ProtagonistInnen Raum gegeben, um sich in anderen zu spiegeln und sich dadurch zu erkennen. Sie schreckt nicht davor zurück sich selbst vor die Kamera zu stellen und sich in ihrer eigenen Verletzlichkeit und Angst zu zeigen. Sanft, ja fast zärtlich geht sie in der Begegnung mit den ProtagonistInnen um, welche sich ihr anvertrauen.

Durch eine konsequente und schonungslose Kameraführung zeigt sie dem Zuseher Gefühle wie Angst, Wut, Verzweiflung, Demütigung sowie auch Liebe, gegenseitige Achtung und eine sinnliche, wertschätzende Körperlichkeit, welche für manchen Zuseher kaum auszuhalten sind. Vor allem für jene, welche sich vor der Aufgabe der Selbstreflexion fürchten, da diese lieber im gewohnten Leid verankert bleiben, als sich weiterzuentwickeln.

Ja, es tut weh sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Ja, es schmerzt all die erlittenen seelischen Verletzungen aus dem Schattensack des Lebens herauszuholen. Jedoch ist eine Weiterentwicklung ohne diese Arbeit nicht möglich und diese Arbeit dauert ein Leben lang. Dies hat Adina Pintilie ganz wunderbar dokumentiert.

Eigentlich ist es ja fast wie ein Schlag ins Gesicht unserer Gesellschaft, dass der Mensch mit der größten körperlichen Beeinträchtigung, Christian, eine erfüllende Beziehung und sinnliche Sexualität erlebt, im Gegensatz zu den drei körperlich „gesunden“ Menschen Laura, Tomas und Irmena. Bei Christian sieht man eine Behinderung, bei den anderen nimmt kaum jemand wahr, wie sehr sie unter ihrer verschütteten und nicht lebbaren Sexualität leiden.

Wir müssen den Satz „Du sollst nicht..“ aus unserer Kindheit ersetzen durch ein „Du darfst..“, um die Schutzmauern abzubauen und Selbstliebe zuzulassen. Du darfst all das sein, was Du fühlst, denn Du bist einzigartig, wunderbar, liebenswert und etwas Besonderes. Nur wenn man sich selbst liebt, kann man offen und ehrlich andere lieben.

Der Mensch braucht andere um sich zu sehen, zu erkennen, sich zu formen und um zu lieben. Der einzige Schritt in die persönliche Freiheit ist es, die eigene Vergangenheit zu reflektieren: zu erkennen – zu bewüten – zu beweinen – zu verstehen – zu verzeihen, denn so wie wir zu anderen sind, so sind wir auch zu uns selbst. Die Liebe steht über alles und eine erfüllte Sexualität ist ein wichtiger Teil unseres Seins.

Der Film „Touch me not“ ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und ich bin zutiefst beeindruckt von der Feinfühligkeit und Offenheit der Regisseurin und der Schauspieler/Innen.
Ein wunderbarer Film.

Dieser Film wurde auf der Berlinale 2018 mit dem Goldenen Bären und beim kürzlich stattgefundenen Fetisch Film Festival in Kiel mit dem Award „Best Film of the Year“ ausgezeichnet .


Weitere Infos zu diesem Film findet man bei Wikipedia.

Autor: Werner

2018-10-31
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