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2019-01-07

TV TIPP 3sat Dokumentation "Lust auf Schmerz" am 10. Januar 2019

Am Donnerstag, den 10. Januar 2019 strahlt 3sat ab 22:00 Uhr die 45minütige Dokumentation "Lust auf Schmerz - Über Dominanz und Unterwerfung" aus.

„Verhaltensweisen, die Dominanz, Unterwerfung und Schmerz zur Steigerung der sexuellen Lust einsetzen, galten lange Zeit als krankhaft und therapiebedürftig. Das ist mittlerweile überholt.
Der Sexualforscher Peer Briken vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass der sexuelle Masochismus als Störung aus dem internationalen Diagnoseschlüssel ICD-11, der 2019 von der WHO verabschiedet werden soll, entfernt wurde. (...)

Heute gilt: Solange niemand darunter leidet oder zMit Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism (englisch abgekürzt BDSM) beschäftigen sich Wissenschaftler seit über 100 Jahren. Der österreichische Psychiater Richard von Krau Schaden kommt, liegt keine krankhafte Störung vor. Der Professor für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie Peer Briken und die Psychoanalytikerin Aglaja Stirn beschreiben BDSM als eine normale sexuelle Variante. Aglaja Stirn hat Hinweise darauf gefunden, dass BDSM schon seit Anbeginn der Menschheit praktiziert wird, beispielsweise bei den Römern und später in Flagellationsbordellen. Doch wieso gibt es überhaupt eine Lust auf Schmerz? Und das schließt beides ein: Die Lust, Schmerz zu empfangen oder zuzufügen. Sind Dominanz und Unterwerfung möglicherweise Verhaltensweisen, die wir von unseren tierischen Vorfahren übernommen haben? (...)

Prof. Tillmann Krüger von der Klinik für Psychiatrie der Medizinischen Hochschule Hannover hat für die Lust auf Schmerz eine physiologische Erklärung: „Schmerz führt natürlich zu einer allgemeinen psychophysiologischen Erregung: Die Herzfrequenz steigt, man atmet schneller. Und das ist bis zu einem gewissen Maße auch förderlich für Sexualität.“ Dr. Melanie Büttner, Sexualtherapeutin vom Klinikum rechts der Isar, München, glaubt sogar, SM könne für einige Frauen eine therapeutische Funktion erfüllen, denn beim BDSM-Spiel gelten vorher definierte Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Allerdings kann BDSM auch gefährlich werden. In der Frankfurter Rechtsmedizin obduziert Pathologie-Professor Marcel Verhoff immer wieder Menschen, die ihren autoerotischen Spielen zum Opfer gefallen sind – ob durch versehentliches Erhängen oder Herzstillstand nach Stromreizen.“

Quelle:3sat-Website

An dieser von Bernd Reufels und Julia Zipfel stammenden Dokumentation haben unter anderem Matthias Grimme und Jemina mitgewirkt.

Diese Dokumentation ist in der Zeit von 22:00 bis 06:00 Uhr via der 3sat-Mediathek abrufbar.

Autor: Werner

2019-01-07
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