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Aufzeichnungen eines Dienstmädchens

Aufzeichnungen eines Dienstmädchens
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Aufzeichnungen eines Dienstmädchens
Der Herr des Hauses macht einen umgänglichen Eindruck. Doch seine Frau, die Konsulin, bereitet mir Unbehagen. Schon bei meiner Ankunft erschreckte mich ihre Härte, der unerbittliche Blick aus den kalten Augen, die eisige Stimme, mit der sie mich streng zurechtwies: "Für ein Mädchen deines Standes gehört es sich nicht, mir so dreist ins Gesicht zu sehen", sagte sie, obwohl ich nur einen kurzen Blick auf sie geworfen hatte, als ich bei der Begrüßung knicksend meine Knie beugte. "In diesem Haus hast du ehrerbietig deinen Blick zu senken, sobald du jemandem der Herrschaft begegnest.

Marterpfahl Verlag

Autor/Interpret: Eurydike und Suburban Subbie

Paperback, 140 Seiten

Seit ich heute ankam, fällt es mir schwer, den Blicken des Kutschers auszuweichen, der die Begegnung mit mir zu suchen scheint. Es gefällt mir nicht, wie er mich ansieht. Ich kenne solche Männer, und einer von ihnen trägt Schuld daran, daß ich meine vergangene Stellung aufgeben mußte.
Der Herr des Hauses macht einen umgänglichen Eindruck. Doch seine Frau, die Konsulin, bereitet mir Unbehagen. Schon bei meiner Ankunft erschreckte mich ihre Härte, der unerbittliche Blick aus den kalten Augen, die eisige Stimme, mit der sie mich streng zurechtwies: "Für ein Mädchen deines Standes gehört es sich nicht, mir so dreist ins Gesicht zu sehen", sagte sie, obwohl ich nur einen kurzen Blick auf sie geworfen hatte, als ich bei der Begrüßung knicksend meine Knie beugte. "In diesem Haus hast du ehrerbietig deinen Blick zu senken, sobald du jemandem der Herrschaft begegnest." Sofort sah ich folgsam zu Boden. "Verzeihung, Frau Konsulin." Bei ihr habe ich das fast sichere Gefühl, daß sie auf den geringsten Fehler von mir geradezu lauert.
Als ich mich heute abend wusch, öffnete sich ohne Vorwarnung die Tür zu meinem Zimmer, und die Konsulin stand auf der Schwelle. "Ich habe vergessen, dir etwas mitzuteilen", sagte sie. "Ich wünsche, daß du diese Kette trägst, während du deiner Arbeit nachgehst. Sie wird mich immer wissen lassen, wo du dich aufhältst. Damit du nicht auf dumme Ideen kommst."
Minuten später öffnete sich die Tür schon wieder hinter mir, ich fuhr erschrocken herum; bei den schnellen Bewegungen klingelte die Glocke um meinen Hals unruhig. Diesmal war es die Köchin. Sie warf mir einen wissenden Blick zu und sagte: "Die Kette hat sie dir also schon umgelegt." - "Weißt du, wie ich sie aufbekomme?" - "Gar nicht. Den Schlüssel hat nur die Konsulin." - "Aber das heißt ja, daß ich sogar nachts ..." - "Eben. Du sollst sie nicht ablegen können. Du sollst sie immer tragen. Sie will dich kontrollieren. Sie will, daß du dich nicht frei bewegen kannst. Und daß du dich nicht frei fühlst." Aus ihrer Rocktasche holte die Köchin eine kleine Dose und zündete sich eine Zigarette an. "Es gibt ihr das Gefühl, immer bei dir zu sein. Selbst wenn sie außer Haus ist. Selbst in der Nacht." - "Aber was hat sie davon?" - "Sie ist eine Sadistin."

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